28. Landessynode - Herbsttagung 2021 Montag

Montag, 15. November 2021

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Geistlicher Impuls im Kirchsaal

Die Synodale Johanna Fabel, Pfarrerin und Studienleiterin am Theologisch-Pädagogischen Institut der EVLKS, widmete ihren morgendlichen Geistlichem Impuls dem Bibelvers "Gott ist in unseren Herzen aufgeleuchtet... Diesen Schatz tragen in irdenen, zerbrechlichen, rissigen Gefäßen" aus dem 2. Korintherbrief 4,7. Auch wir Menschen seien irdene Gefäße, die in der Welt verhaftet sind, getöpfert um Gottes Leuchten in uns tragen zu können. Aber nicht nur wir als einzelne Menschen, sondern auch unsere Strukturen und Institutionen, unsere Gesetze und Haushaltspläne, unsere Ämter und Gebäude sind irdene Gefäße. All jenes sei geformt, um den Schatz zu tragen. Drüber hinaus seien unsere Körper, unsere Seelen und unser Geist zerbrechliche Gefäße. Schnell kommen diese an Grenzen. Was gestern noch dienlich schien, ist heute viellicht längst nicht mehr.


Eröffnung des letzten Sitzungstages

Synodalpräsidentin Bettina Westfeld eröffnete die elfte öffentliche Sitzung der 28. Landessynode, nachdem die Synodalen zuvor in der Dreikönigskirche eine Morgenandacht gefeiert hatten. Die Tagesordnung für den letzten Sitzungstag der Herbsttagung sehe die Fortsetzung der Aussprache zum Tätigkeits- und Beteiligungsberichtes des Landeskirchenamtes, die zweiten Lesungen der Kirchengesetze sowie die Beratung weiterer Anträge vor, die selbständig bzw. von Ausschüssen in den Geschäftsgang der Landessynode gegeben wurden. 


Impuls "Kirche als Gesprächsraum stärken"

Für den theologischen Ausschuss brachte die Synodale Katrin Spenke einen Text ein, mit dem der Bericht der Spurgruppe zur Unterscheidung zwischen wertkonservativem Christsein und Rechtsextremismus (DS 72) mit großem Dank und Anerkennung entgegengenommen wird. Sie erinnerte in diesem Zusammenhang nochmals an die Erklärung der Landessynode nach den Debatten um den Rücktritt von Dr. Carsten Rentzing, mit welcher der Auftrag für eine Klärung dieser Frage gegeben worden war. Und sie wies darauf hin, dass mit dem Bericht die Arbeit der Spurgruppe abgeschlossen worden sei. Mit dem vorliegenden Wort wolle der Theologische Ausschuss das Anliegen der Spurgruppe unterstreichen und ihn den Kirchgemeinden, Kirchenbezirken und Werken für Gespräche miteinander und in die Gesellschaft hinein empfehlen. Nach der Einbringung des Antrages wurden einzelne Änderungsanträge eingebracht und diskutiert. 


Zweite Lesungen der Kirchengesetze

In zweiter Lesung wurden alle fünf Kirchengesetze noch am Vormittag durch die Landessynode beschlossen: 

  • das Kirchengesetz zur Änderung des Kirchengesetzes zur Wahrnehmung öffentlicher Aufgaben im Bereich der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens
  • das Kirchengesetz zur Änderung des Zentralstellengesetzes
  • das Kirchengesetz zur Änderung des Kirchenbezirksgesetzes über das Haushalt-, Kassen- und Rechnungswesen der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens 
  • das Kirchengesetz zur Änderung besoldungsrechtlicher Bestimmungen für Pfarrerinnen und Pfarrer
  • das Kirchengesetz zur Änderung der Visitationsordnung, des Kirchenbezirksgesetzes und des Landessynodalwahlgesetzes der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens

 


Bericht von der Arbeit des Ad-hoc-Ausschusses "Digitale Gremiensitzungen"

Der Vorsitzende des Ad-hoc-Ausschusses "Digitale Gremiensitzungen" berichtete von den Sitzungen des Ausschusses, der zunächst die eigenen Erfahrungen zusammengetragen und die Anliegen strukturiert habe. Nun wolle er weitere Erfahrungen einbeziehen und wird deshalb eine Umfrage starten, welche dann möglichst breit in den Kirchgemeinden verteilt und möglichst beantwortet werden soll. Mit den Ergebnissen möchte der Ausschuss dann weiterarbeiten und daraus technische und verfahrenstechnische Konsequenzen für digitale Gremiensitzungen im Bereich der Landeskirche entwickeln. 


Weitere Beschlüsse der Landessynode

Umsetzung Klimaschutzkonzept
Die Landessynode bat das Landeskirchenamt, zur Herbsttagung 2022 einen Zwischenbericht der Steuerungsgruppe Klimaschutzkonzept vorzulegen. Das Klimaschutzkonzept sei bereits von der 27. Landessynode in Auftrag gegeben worden, es habe bereits einen ersten Zwischenbericht gegeben und es seien nun auch Mittel in den Haushalt 2022 eingestellt worden. Die 28. Landessynode bittet mit dem Beschluss um eine Information zum Stand der Umsetzung im kommenden Jahr.

Mittel- und langfristige Finanzierung der Geschäftsstelle des Diakonischen Werkes Sachsen e.V.
Einem weiteren selbständigen Antrag, mit dem das Landeskirchenamt gebeten werden sollte, die mittel- und langfristige Finanzierung des Diakonischen Werkes Sachsen e.V. mit dem Ziel einer teilweisen Reduzierung des landeskirchlichen Zuschusses neu zu verhandeln, wurde in den Diakonischen Ausschuss (und zur Mitberatung in den Finanzausschuss) verwiesen. Es wurde damit vereinbart, in der Landessynode die weitere Entwicklung des Diakonischen Werkes weiter zu begleiten. 

Schulungen für Verwaltungsleitungen
Die Eingaben zu diesem Themenbereich wurden durch die Landessynode dem Landeskirchenamt übergeben.

Wort der Landessynode zu "30 Jahre Religionsunterricht in Sachsen"
Die Landessynode beschloss einstimmig eine Verlautbarung, mit der sie nach 30 Jahren Religionsunterricht in Sachsen allen Religionslehrerinnen und -lehrern für ihre wichtige Arbeit dankte. Sie seien vielfach für Kinder und Jugendliche ein christliches Vorbild und ein wichtiges Gesicht von Kirche, sie ermöglichten Gespräche, die in keinem Lehrplan stünden und böten für Schülerinnen und Schüler nicht nur religiöses Wissen, sondern oft auch ein seelsorgliches Ohr für ihre Sorgen und Nöte, so Pfarrerin Johanna Fabel, die den Antrag für den Bildungs- und Erziehungsausschuss einbrachte. Weiter wird in dem Papier auch die Bedeutung des Religionsunterrichtes grundsätzlich gewürdigt, welcher die Fragen der fundamentalen Sinnbezüge bewusst aufnehme und sie einordne, ohne dabei unauflösbare Spannungen zu negieren. Er befähigt Schülerinnen und Schüler sich respektvoll zu positionieren und weiter zu fragen und suche Bezüge u.a. zu Kunst, Literatur und Musik. In diesem Zusammenhang wird auch das Modellprojekt "Konfessioneller Religionsunterricht in kooperativer Form" gewürdigt, welches in diesem Jahr am Christian-Weise-Gymnasium in Zittau begonnen wurde und mit dem Erfahrungen in einem von evangelischen und katholischen ReligionslehrerInnen gemeinsam getragenen Religionsunterricht gesammelt werden sollen. 

Initiative Missionarische Aufbrüche
Die Synode bat das Landeskirchenamt, die Projektreihen der Initiative "Missionarische Aufbrüche" wissenschaftlich evaluieren zu lassen, um Erkenntnisse hinsichtlich der missionarischen Pfarrstellen ab 2025 zu gewinnen. 

 

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