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»Wo kommt denn meine Seele her? Und wo geht sie hin?«
20. April 2026
Mit neuen Materialien wird in Sachsen für den Religionsunterricht geworben
DRESDEN – Die sächsische Landeskirche hat eine Materialsammlung erstellt, die zur Information und Werbung für den Religionsunterricht an Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien in Sachsen sowie im Unterricht selbst eingesetzt werden kann. Der Religionsunterricht ist in Sachsen ein ordentliches Lehrfach in der Schule. Eltern bzw. Schülerinnen und Schüler können und müssen sich dabei zwischen Religions- und Ethikunterricht entscheiden.
Religionsunterricht hilft die Welt zu erschließen
Gabriele Mendt, Referentin für Religionsunterricht im Landeskirchenamt in Dresden, erläutert: »Im Religionsunterricht haben die großen und kleinen, neuen und alten Fragen des Lebens Raum und Zeit. Kinder und Jugendliche finden gemeinsam mit den Religionslehrerinnen und -lehrern solche Fragen und suchen gemeinsam Antworten darauf.« Dabei trage der Religionsunterricht dazu bei, eigene und andere Kulturen, Religionen und Weltanschauungen zu verstehen, zu achten, sich dazu positionieren zu können. »Der Religionsunterricht hilft dabei, sich die Welt zu erschließen«, so Mendt. »Menschen denken über den Sinn des Lebens nach, versuchen ihre Erfahrungen zu deuten und diskutieren sie mit anderen.« Im Religionsunterricht lernten Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte miteinander, mitzufühlen, offen zu reden und weiter zu denken.
Postkarten und Plakate als Werbe- und Unterrichtsmaterial einsetzbar
Das neue Materialpaket besteht aus Postkarten, einem Plakat sowie umfangreichen Informationen zum Religionsunterricht. Neben der Werbung kann das Material auch als Unterrichtsmaterial verwendet werden. Weitere Entwürfe für den Religionsunterricht der unterschiedlichen Altersstufen sollen noch entwickelt werden. Das Paket wurde inhaltlich von einer Arbeitsgruppe der Landeskirche erstellt, die Gestaltung der Materialsammlung hat die Illustratorin Anja Maria Eisen übernommen. Nun soll es den Lehrkräften im Religionsunterricht in ganz Sachsen zur Verfügung gestellt werden.
»Ein Ziel ist es, Eltern von angehenden Grundschulkindern und älteren Schülerinnen und Schülern Informationen über Inhalte und Herangehensweisen im Religionsunterricht und damit eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben«, erklärt Jonathan Leistner, der als Schulbeauftragter für den Religionsunterricht in der Region Marienberg am Material mitgearbeitet hat. Ein weiteres Ziel sei es aber auch, Lehrkräften im Fach Religion die Materialien für die Nutzung im Unterricht zur Verfügung zu stellen. »Die Postkarten thematisieren Fragen, mit denen sich Kinder und Jugendliche im Religionsunterricht beschäftigen«, erläutert er. Anhand dieser Fragen werde deutlich, dass es im Religionsunterricht sowohl um Fragen der eigenen Identität, des Woher und Wohin, des Glaubens, aber auch um Fragen des Zusammenlebens als Menschen gehe. »Das Projekt zur Erarbeitung und Gestaltung von neuem Material für den Religionsunterricht hat nicht nur viel Arbeit und große Freude gemacht. Es hat uns auf eine besondere Weise herausgefordert, zu beschreiben, was Religionsunterricht eigentlich ist«, berichtet er. Dabei sei die Arbeitsgruppe in der Beschäftigung mit den ausgewählten Fragen und entstandenen Bildmotiven auch immer wieder selbst überrascht worden, wie vielfältig die Perspektiven und Themen sind, so Leistner.
Das Material ist zusammen mit umfangreichen Informationen auf der Webseite der EVLKS zu finden.
Hintergrund: Religionsunterricht in Sachsen
Der Religionsunterricht ist in Sachsen ein ordentliches Lehrfach mit zwei Wochenstunden. Er ist im Grundgesetz, in der Verfassung des Freistaates Sachsen und im Schulgesetz verankert. Der Freistaat übergibt die Verantwortung für die Inhalte des Religionsunterrichtes an die Kirchen bzw. den Landesverband jüdischer Gemeinden.
Kinder und Jugendliche nehmen am Religionsunterricht ihres Bekenntnisses teil. Religionsunterricht ist grundsätzlich offen für alle Schülerinnen und Schüler und nicht an die Mitgliedschaft in einer Kirche oder Religionsgemeinschaft gebunden.
Evangelischer Religionsunterricht wird in Grundschulen, Förderschulen, Ober-schulen, Gemeinschaftsschulen, Gymnasien und Berufsbildenden Schulen angeboten. Die Lehrpläne werden von Staat und Kirche gemeinsam erstellt.
Der Evangelische Religionsunterricht in Sachsen strebt die Kooperation mit dem Katholischen Religionsunterricht an. Auch fachübergreifende Zusammenarbeit mit den Fächern Ethik, Deutsch, Geschichte, Kunst u.a. wird empfohlen.
Religionslehrkräfte sind universitär qualifiziert in Theologie, Religionspädagogik und Bildungswissenschaft. Sie sind selbst Mitglied einer Evangelischen Kirche und werden mit einer sogenannten Vokation der Evangelisch-Lutherischen Landes-kirche Sachsens berufen und verpflichtet. Den Unterricht erteilen staatliche und kirchliche Lehrkräfte.
Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens beauftragt eine kirchliche Fachaufsicht, welche mit der staatlichen Fachberatung zusammenarbeitet. In allen Regionen der Landeskirche gibt es mit den Schulbeauftragten demnach konkrete Ansprechpersonen für die Belange des Evangelischen Religionsunterrichtes.