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Weltweiter Gedenktag für verstorbene Kinder


09. Dezember 2021

Worldwide Candle Lighting am Sonntag, 12. Dezember, in Sachsen 

DRESDEN - Jedes Jahr stellen Betroffene rund um die Welt am zweiten Sonntag im Dezember 19:00 Uhr eine brennende Kerze ins Fenster. Anlass ist der Gedenktag für verstorbene Kinder (Worldwide Candle Lighting), der in diesem Jahr auf den 12. Dezember fällt. Wenn die Kerzen in einer Zeitzone niederbrennen, werden in der nächsten neue entzündet, so dass eine Lichterwelle 24 Stunden den ganzen Erdball umringt. Die Idee geht auf eine Vereinigung verwaister Eltern und ihrer Angehörigen in den USA, den "Compassionate Friends" zurück, die diese Initiative 1996 ins Leben riefen.  

Für einige Familien ist besonders die Advents- und Weihnachtszeit mit Schmerz und Verzweiflung verbunden. Eine geliebte Tochter, ein geliebter Sohn, Bruder oder Schwester, Enkelkind, Freund oder Freundin fehlen. Kinder, die viel zu früh verstorben sind, hinterlassen eine Lücke in der Familie und im Verwandten- und Freundeskreis. Und es ist ganz gleich, wie lange der Tod des Kindes zurückliegt oder wie alt das Kind war. Jährlich betrifft es tausende Kinder, die infolge einer Krankheit, vor oder während der Geburt, durch Unfall, Suizid oder ein Gewaltverbrechen versterben.

An verschiedenen Orten Sachsens sind Angehörige und Freunde am 12. Dezember zu Gottesdiensten und Andachten eingeladen. In der Chemnitzer Jugendkirche St. Johannis ist allerdings die traditionelle Gedenkfeier pandemiebedingt abgesagt worden. Mitarbeiter des Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes Chemnitz und des Elternvereins krebskranker Kinder bieten aber ratsuchenden Hinterbliebenen persönliche Gespräche an.

Im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz wurden zum diesjährigen Weltgedenktag von den Maltesern kleine Tüten vorbereitet, die u.a. im Bürgerhaus in Drehbach bereit liegen. Bisher gab es für die Kirchgemeinde im Haus der Hoffnung und den Hospizdienst der Malteser in Annaberg eine Gedenkfeier. Pandemiebedingt kann eine solche Veranstaltung nicht stattfinden.

In Dresden wird in der Kreuzkirche bereits zur Gebetszeit am Sonntagmittag um 12:00 Uhr eine Andacht abgehalten. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto „Mein Herz weiß längst, wo es Dich suchen soll“. Es entstammt einem Gedicht Hella Zahradas. Es ist ein seelsorgerliches Angebot, für das viele Eltern dankbar seien, so Mitorganisatorin Annegret Richter-Mesto. Für Betroffene seien ein Anlass und ein Rahmen sinnvoll, um sich diesem schweren Thema zu stellen. „Wir bieten mit dieser Andacht einen Raum und zugleich ein Geländer. Die Besucherinnen und Besucher sind nicht allein, werden von uns begleitet“, so Richter-Mesto.
Im Rahmen der Andacht können die Besucher Symbole beschriften, vielleicht mit einem Gruß an ihr Kind o. ä. Diese bleiben zunächst in der Kirche. Im Januar werden die Grüße an die Begräbnisstätte der ungeborenen Kinder auf dem Neuen Katholischen Friedhof in Dresden gebracht. 

Ein Gedenkgottesdienst im Dom zu Freiberg für trauernde Eltern von verstorbenen Kindern beginnt um 16:00 Uhr unter 3G-Regel und Maskenpflicht. Die Veranstaltung gab es 2005 zum ersten Mal, damals noch in der Kirche von Conradsdorf mit zunächst 15 Müttern und Vätern. 2019 kamen 200 aus ganz Mittelsachsen und dem Erzgebirge. In diesem Jahr steht der Gottesdienst unter dem Motto „Dein Name bleibt“. Entsprechend werden Eltern kleine Texte schreiben. Oberlandeskirchenrätin Margit Klatte hält die Andacht, bevor ausgeteilte Kerzen im Kirchenraum entzündet und ihn erhellen werden.

In Leipzig bietet seit vielen Jahren ein Initiativkreis engagierter Vereine und Verbände (u.a. der Caritasverband) den Familien von verstorbenen Kindern einen Raum des Zusammenkommens und Zeit für Trauer im Gedenken an die verstorbenen Kinder. Leider kann die Gedenkfeier in diesem Jahr aufgrund der Coronapandemie auch hier nicht in der gewohnten Form stattfinden. So wird am Sonntag die Nikolaikirche Leipzig im Rahmen der offenen Stadtkirche zwischen 16:00 und 18:00 Uhr geöffnet sein. Alle Angehörigen haben in diesem Zeitraum an dem für viele vertrauten Ort die Möglichkeit, ihrer Kinder in Stille zu gedenken, eine Kerze im Altarraum zu entzünden und einen kurzen Moment zu verweilen. Für eventuelle kurzfristige Veränderungen sind Informationen unter https://www.gedenkfeier-verstorbene-kinder-leipzig.de/ einzusehen.

In Pegau beteiligt sich die Kirchgemeinde im Verbund mit der Diakonie am Gedenken und lädt Familienangehörige und weitere Trauernde von 13:00 bis 15:00 Uhr in die Friedhofskirche St. Johannis ein.

Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland: https://www.veid.de/

Kerze in offenen Händen getragen
Das Kerzenlicht gibt Wärme von einer betroffenen Familie zur anderen. An diesem Tag treffen sich Menschen, um der verstorbenen Kinder zu gedenken, sich gegenseitig Mut zuzusprechen und ihre Verbundenheit untereinander zu zeigen.

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