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Zweiter Sächsischer Hauskreistag


04. Februar 2018

Hauskreise bedürfen stärkere Wahrnehmung und Unterstützung

LIMBACH-OBERFROHNA – Zum zweiten Mal kamen Mitglieder, Leiterinnen und Leiter von Hauskreisen in sächsischen Kirchgemeinden zu einem sachsenweiten Hauskreistag zusammen. Über 400 Teilnehmende trafen sich am 3. Februar in der Stadthalle von Limbach-Oberfrohna, um sich in Seminaren und Workshops auszutauschen.

Eröffnet wurde der Tag durch eine Andacht eines Hauskreises aus Schwarzenberg. Als Hauptreferent sprach anschließend Hans-Hermann-Pompe,  Leiter des EKD-Zentrums für Mission in der Region (Dortmund), zum Thema „Der erste Atem der Kirche. Kleingruppen als Netzwerke einer kommenden Kirchengestalt“.
Drei Schlüsselfragen in diesem Zusammenhang könnten nach seiner Ansicht auch Zukunftsfragen für die Kirche sein. So könnten Kleingruppen Wesentliches dazu beitragen, Menschen mit Aufmerksamkeit zu begegnen, gute Nachbarn zu sein und Menschen auf die geistliche Reise mitzunehmen. So sei Christsein kein Zustand, sondern ein Weg mit Jesus, kein Fertigsein, sondern ein Werden.

Kleine Gruppen böten insofern Vorteile: Intensives Zusammenleben als Form der Jüngerschaft; Eingliederung von Hinzukommenden, die zum Glauben gefunden haben; Einübung von Solidarität und Verantwortung; Entdeckung von Gaben und Mitarbeit; flexible Strukturen ohne viel Organisation.
Dies könne deshalb erfolgreich sein, weil es hier niedrigere Hemmschwellen gebe sowie mehr die Gruppe als ein Gebäude im Vordergrund stehe. Zudem mache sich die Kirche unabhängiger von ihren Gebäuden und Strukturen.

Pompe beschrieb zudem die Möglichkeiten eines Netzwerkes von kleinen Gruppen für die Kirche. Das Netzwerkdenken sei von Leidenschaft und Nähe bestimmt, nicht von Abgrenzung und Zäunen, die eine Gemeinde oft aufbaue. Es gehe also um Nähe, nicht um Distanz. Er ermutigte dazu „Feuer und Leidenschaft zu leben“.

Mit seinen Ausführungen traf der Referent den Nerv der Zuhörer, die den regen Austausch der Teilnehmenden in den nachmittäglichen Workshops bestimmten. So wurde zudem deutlich, dass Hauskreise eine stärkere Wahrnehmung, Unterstützung sowie Freiräume bedürfen.
Der Gesamtablauf des Programms wurde durch den Schriftsteller und Theologen Dr. Fabian Vogt (Oberursel-Oberstedten) mit einem augenzwinkernden Blick aufgelockert. Seine kabarettistische Sicht auf Kirche sowie auf Eigenheiten von Hauskreisen brachte ihm brachte ihm Applaus beim Publikum ein.

In 13 Seminaren ging es am Nachmittag unter anderem um Gesprächskultur, das Gebet im Hauskreis und die Möglichkeiten zur Arbeit mit der Bibel. Weiterhin kamen Fragen der Seelsorge, aber auch die Bedeutung des gemeinsamen Essens und Trinkens zur Sprache. In der Gesprächsleitung standen den sächsischen Referenten mit Astrid Pohls, Andreas Möller und Andres Synofzik auch Kollegen aus der Hauskreisarbeit anderer Landeskirchen zu Seite.
Für Oberlandeskirchenrat Dietrich Bauer (Dresden) habe dieser „aufmunternde Tag“ deutlich gemacht, welcher Schatz die kleinen Gruppen in unserer Kirche schon jetzt seien. Daher sei es wichtig, diese in der Landeskirche zu stärken und seitens der Landeskirche zu unterstützen.

Hauskreise sind die kleine Form von Kirche und finden im Wohnzimmer oder am Küchentisch statt. Für viele Menschen bieten sie meist monatlich Raum für gemeinsames Gebet, oft sehr persönliche Gespräche über Gott und die Welt und natürlich für intensive Gemeinschaft und Beziehungen. Hauskreise sind eine Sache der Laien. Jeder und jede kann Gastgeberin sein und die Leitung liegt meist in den Händen von engagierten Gemeindegliedern. In Sachsen gibt es über 700 Hauskreise.
Veranstalter waren die Ev. -Luth. Landeskirche Sachsens in Zusammenarbeit mit der Landeskirchlichen Gemeinschaft Sachsens, der Ehrenamtsakademie Meißen, den Christlichen Motoradfahrern und der Gemeinde-Uni Glauchau-Rochlitz.

Bildergalerie zum Hauskreistag (Arbeitsfeld Gemeindeentwicklung)

Arbeit in Workshops zu unterschiedlichen Themen der Hauskreisarbeit
Arbeit in den Workshops des Fachtages

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