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Zum Tod von Dr. phil. Karlheinz Blaschke


02. Januar 2021

1972 in das Domkapitel berufen und wurde zu dessen Dechanten

MEISSEN - Entsprechend der Läute-Ordnung des Hochstiftes Meißen läutet die Johannesglocke des Domes in drei Impulsen am Montag, 4. Januar 2021, ab 13:00 Uhr. Das Geläut gilt dem Domherren Professor i.R. Dr. phil. Karlheinz Blaschke. Er starb am Vormittag des 25. Dezember 2020 in Friedewald bei Moritzburg im Alter von 93 Jahren.

Karlheinz Blaschke war am 4. Oktober 1927 im nordböhmischen Schönlinde geboren worden. Er wuchs indes in Holzhausen bei Leipzig auf. Von 1946 bis 1950 studierte er Geschichte, Germanistik und Latinistik an der Universität Leipzig. Es schloss sich ein Studienaufenthalt am Institut für Archivwissenschaft in Potsdam an.

Von 1951 bis 1968 verrichtete Blaschke als wissenschaftlicher Archivar seinen Dienst am damaligen Landeshauptarchiv in Dresden (heute Sächsisches Hauptstaatsarchiv). Trotz wegweisender Veröffentlichungen zur Sächsischen Landesgeschichte und der Habilitierung an der Universität Leipzig erhielt er als „bürgerlicher Historiker“ und bekennender Christ keine Lehrberechtigung.

So übernahm er 1969 eine nichttheologische Dozentur am Theologischen Seminar Leipzig, das sich damals in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens befand. Das Seminar erhielt nach der Friedlichen Revolution den Rang einer Hochschule, wo ihm 1990 der Professorentitel verliehen wurde.

Als hervorragender Vertreter der Forschung der Sächsischen Heimat- und Landesgeschichtsschreibung leistete Dr. Karlheinz Blaschke in jener Zeit einen wichtigen Beitrag zur Wiedergründung des Freistaates Sachsen und hielt auch die Ansprache zum Festakt zu dessen Gründung am 3. Oktober 1990 in der Albrechtsburg Meißen. Zudem beteiligte er sich in der Folge maßgeblich am Wiederaufbau der Strukturen sächsischer Landesgeschichtsforschung.

So arbeitete Blaschke als Leiter des Referats für Archivwesen im Sächsischen Innenministerium (1991/92). Von 1992 an bis zu seiner Emeritierung 1998 übernahm er den Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte an der TU Dresden. Für seine vielfältigen Verdienste ist er 1997 mit der Sächsischen Verfassungsmedaille und 1999 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt worden.

Seine wissenschaftliche Arbeit setze er bis ins hohe Alter fort. Zahlreiche Veröffentlichungen und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Gesellschaften machten ihn auch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.

Mit Karlheinz Blaschke hat das Hochstift Meißen eine herausragende Persönlichkeit verloren. 1972 wurde er in das Domkapitel Meißen berufen und zu dessen Dechanten gewählt. Er prägte in dieser Funktion bis zum Jahr 2003 maßgeblich drei bedeutsame Jahrzehnte der Geschichte der ältesten Stiftung Sachsens.

Sein Todestag fällt auf den Festtag der Geburt Jesu Christi und zugleich auf den Gründungstag des Meißner Stifts vor 1052 Jahren. Zeitlebens hielt Karlheinz Blaschke am christlichen Glauben und der damit verbundenen Hoffnung fest.

Dom zu Meißen

Domherr Dr. Karlheinz Blaschke
Die große Johannesglocke gilt als figurenreichste Glocke der Welt und erklingt zur Stunde der Trauerfeier

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