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„Wege zu Cranach“ feiert Jubiläum


21. März 2021

10 Jahre gemeinsam in Städtekooperation unterwegs

MEISSEN - Keine Kirche in Deutschland zeigt mehr Werke der Künstler Lucas Cranach des Älteren, Lucas Cranach des Jüngeren und ihrer Werkstätten als der Dom zu Meißen. Das Hochstift Meißen trat daher im April 2013 der zwei Jahre zuvor gegründeten Kooperation „Wege zu Cranach“ bei. Als Kirche in dieser Runde aus Stadtverwaltungen und Stadtmarketinggesellschaften ist es für den Meißner Dom eine großartige, aber auch sehr fordernde Aufgabe, welche sowohl Mitarbeit im wissenschaftlichen Beirat und im Bereich Öffentlichkeitsarbeit umfasst.

Vor genau zehn Jahren, am 17. März 2011, wurde die Städtekooperation „Wege zu Cranach“ in Kronach und damit am Geburtsort des großen Renaissance-Malers Lucas Cranach des Älteren gegründet. Mit Lutherstadt Wittenberg, Weimar, Coburg, Eisenach, Schneeberg, Dessau-Roßlau, Gotha und eben Kronach zählte der Städteverbund zunächst acht Mitglieder, im Laufe der Zeit kamen mit Erfurt, Neustadt an der Orla, Nürnberg, Meißen, Torgau und zuletzt Aschaffenburg dann noch sechs weitere Orte hinzu. Im erzgebirgischen Schneeberg steht in der St. Wolfgangskirche der berühmte Reformationsaltar als eines der umfangreichsten Werke der Cranacher Werkstatt. Er wurde 1532 in Auftrag gegeben und bis 1539 durch Lukas Cranach, seinen Sohn sowie einer Werkstatt angefertigt.

Gemeinsames Ziel der Kooperation über die vier Bundesländergrenzen Bayern, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt hinweg war und ist es, das umfangreiche künstlerische Erbe der Cranach-Familie am authentischen Ort zu bewahren und mit neuen museumsdidaktischen Methoden einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen, gemeinsam touristische Produkte zu entwickeln sowie die Cranach-Orte einerseits stärker zu vernetzen, andererseits ihnen aber auch klar unterscheidbare Cranach-Schwerpunkte zuzuordnen.

Dieses umfangreiche kulturtouristische Anliegen wurde dabei von Anfang an durch kunsthistorische Expertise begleitet. Unter dem Vorsitz von Dr. Elke Anne Werner ist es nämlich der wissenschaftliche Beirat, der für den notwendigen fachlichen Input sorgt und auf diese Weise dem Netzwerk immer wieder neue Themen rund um Cranach erschließt.

Blickt man in der Kronacher Geschäftsstelle mit Erster Bürgermeisterin Angela Hofmann kurz auf die zehnjährige Geschichte zurück, so war im Rahmen der Lutherdekade sicherlich das Cranach-Jahr 2015, in dem der 500. Geburtstag von Lucas Cranach dem Jüngeren gefeiert wurde, ein Höhepunkt, welcher der Kooperation zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen mit vielen Gästen bescherte. Aber auch sonst hat sich in den Cranach-Orten seit 2011 viel getan.

So wurde, um nur Einiges zu nennen, die Fränkische Galerie, das Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums München auf der Festung Rosenberg in Kronach mit einem großzügigen Staatszuschuss modernisiert und um eine Reihe von Cranach-Werken erweitert. In Neustadt an der Orla konnte darüber hinaus der bedeutende Cranach-Altar der Stadtkirche St. Johannis saniert und wieder in Dienst gestellt werden, und die Cranach-Stiftung in Lutherstadt Wittenberg hat beispielsweise die Dauerausstellung „Cranachs Welt“ auf den Weg gebracht.

Und gerade jetzt steht nicht nur nach einer aufwendigen Sanierung die Wiedereröffnung der Anhaltischen Gemäldegalerie und damit auch die Neupräsentation der Cranach-Werke in Dessau-Roßlau bevor, sondern auch die Klassik Stiftung in Weimar ist dabei, ihren Cranach-Bestand im Rahmen einer Ausstellung in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek neu zu zeigen. Vor allen Dingen blickt das Cranach-Netzwerk aber auf das nächste große Jubiläum. Denn 2022 jährt sich Luthers Neuübersetzung des Neuen Testamentes mit Holzschnitten von Lucas Cranach, das sogenannte Septembertestament, zum 500. Male.

Die Partner der „Wege zu Cranach“ hoffen darauf, dieses Jubiläum coronafrei mit vielen Besucherinnen und Besuchern feiern zu können und arbeiten intensiv an einem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Den Auftakt zum Jubiläumsjahr bildet eine große Fachtagung im Oktober 2021 in Eisenach, zu deren Ausgestaltung der wissenschaftliche Beirat der „Wege zu Cranach“ maßgeblich beigetragen hat. 

Wege zu Cranach

Die beiden Bildtafeln „Schmerzensmann“ und „Schmerzensmutter“, auch genannt „die Beweinende“, stammen aus der Werkstatt Lucas Cranach des Älteren (um 1520) und werden erstmals in der Sakristei des Dom-Museums öffentlich gezeigt.

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