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„Ungleiche Schwestern“ – Frauenmahl im Dresdner Luisenhof


09. März 2020

Frauenmahl – Tischreden zur Zukunft von Religion und Kirche

DRESDEN - Die Kirchliche Frauenarbeit lud am Internationalen Frauentag am gestrigen Sonntag, 8. März 2020, zum Frauenmahl in den Luisenhof Dresden.

80 Frauen aus Sachsen folgten der Einladung der Kirchlichen Frauenarbeit, die die Veranstaltung in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung (eeb), der Gleichstellungsbeauftragten der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, der Evangelischen Akademie Meißen und der Stadt Dresden ausrichtete.

Das Thema des Frauenmahls lud dazu ein, einander als „Ungleiche Schwestern“ mit ost- und westdeutsch geprägten Biografien zu begegnen und Trennendens und Verbindendes darin wertzuschätzen. Impulse dazu kamen von Landesbischöfin a.D. Ilse Junkermann, Dr. Judith C. Enders und Dr. Annalena Schmidt.

Annalena Schmidt, Stadträtin in Bautzen und Projektleiterin „Demokratie gewinnt! Haltung zeigen, Verantwortung leben“, sprach für die Diakonie Sachsen über das Empfinden und Erleben der Nachwendegeneration. Sie schilderte anhand ihrer Biografie die Ambivalenz der Denkkategorien „Ost“ und „West“, die einerseits begrenzen, andererseits jedoch für die Aufarbeitung der letzten 30 Jahre unverzichtbar seien.

Diese Sichtweise verstärkte die Politologin Dr. Judith C. Enders, die zu den Gründerinnen der Bewegung „Dritte Generation Ost“ zählt. Sie betonte, dass der Austausch von ehemals ost- und westdeutschen Lebensgeschichten und das Mitteilen von Lebensentwürfen sowohl der Anfang als auch der Kern des Zusammenwachsens der Gesellschaft seien. Das Frauenmahl sah sie als wunderbare Gelegenheit, dieses zu praktizieren.

Im Mittelpunkt des vierstündigen Abends standen die Tischgespräche. Frauen aus mehreren Generationen und in vielfältigen gesellschaftlichen Bezügen fühlten sich in der gastlichen Atmosphäre des Restaurants auf dem „Balkon Dresdens“ inspiriert, sich auszutauschen, zu diskutieren und festlich zu speisen. In den angeregten und wertschätzenden Diskussionen wurde deutlich, dass Frauen über den Begriff der gegenseitigen generationenübergreifenden Solidarität und deren Umsetzung im Gespräch bleiben wollen.

Die zum Ende des Frauenmahls an den Tischen formulierten Thesen waren stark inspiriert von den Kompetenzen, die eine Hebamme auszeichnen – ein Bild, das Landesbischöfin a.D. Ilse Junkermann in ihrem Impulsvortrag zeichnete. Sie ermutigte alle Frauen dazu, ihren Ideen nach dem Vorbild einer Hebamme mit Hoffnung und Zuversicht in die Welt zu bringen und in dem Bewusstsein, dass lohnende Veränderungen häufig mit schmerzhaften Ablöseprozessen verbunden seien.

Programm-Tipp: FRAUENMAHL im Kirchenbezirk Pirna am 3. April 2020 in der Wachbergbaude Saupsdorf bei Sebnitz (Wachbergstrasse 66).

Kirchliche Frauenarbeit

(v.l.n.r.) Landesbischöfin a.D. Ilse Junkermann, Dr. Annalena Schmidt und Dr. Judith C. Enders
Inspirierende Tischgespräche im Luisenhof

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