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»Umkehr zum Frieden«


05. November 2020

Ökumenische FriedensDekade vom 8. bis 18. November 2020

DRESDEN – Die Ökumenische FriedensDekade findet ausgerechnet in ihrem Jubiläumsjahr unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie statt, was zu manchen Änderungen bei den geplanten Veranstaltungen führt. Da die Feier von Gottesdiensten möglich ist, können die Bittgottesdienste für den Frieden, Andachten und Friedensgebete, zu denen Kirchgemeinden in den dann folgenden zehn Tagen einladen, unter Beachtung in allen Kirchen geltenden Abstands- und Hygieneregeln stattfinden. Gerade in Sachsen beteiligen sich viele Gemeinden und Gruppen an der Ökumenischen FriedensDekade, da sie hier an die kirchliche Friedeninitiative „Schwerter zu Pflugscharen“ anknüpft.

Zehn Tage am Ende des Kirchenjahres für den Frieden zu beten, über die Wege zum Frieden nachzudenken und Denkanstöße für die Gesellschaft zu geben – das ist seit 40 Jahren das Anliegen der Ökumenischen FriedensDekade. 1980 wurde sie von engagierten Christen ins Leben gerufen, um für eine Umkehr zum Frieden zu werben und zu zeigen, wie militärische und kriegerische Gewalt Schritt für Schritt überwunden werden kann.

Trotz dieser coronabedingten Einschränkungen ist das Thema der FriedensDekade angesichts der gesellschaftlichen Verwerfungen und Polarisierungen, einer neuerlichen terroristischen Bedrohungslage sowie der anhaltenden verbalen wie militärischen Konflikte im internationalen Kontext hochaktuell. Die Dekade schließt traditionell mit dem Buß- und Bettag ab.

Gottesdienste und Friedensgebete in Sachsen

Eröffnet wird die FriedensDekade am 8. November in Dresden u.a. mit Gottesdiensten unter Mitwirkung der Initiative „anders wachsen“ um 9:30 Uhr in der Hoffnungskirche Löbtau und um 17 Uhr im Gemeindesaal der Johanneskirchgemeinde (Haydnstraße 23). In der Kirchgemeinde Dresden-Blasewitz bringen Konfirmandinnen und Konfirmanden der Klasse 8 ihre Fragen und Ideen zum Thema der FriedensDekade in drei Gottesdiensten am 8. und 15. November ein (Versöhnungskirche: 8. November, 9.30 Uhr, Heilig-Geist-Kirche: 15. November, 10.30 Uhr, Bethlehemkirche: 15. November, 17.00 Uhr).

Die in diesem Jahr für den 8. November in Dresden geplante Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Bundeskanzlerin Angela Merkel musste wegen der Corona-Pandemie erneut verschoben worden. Sie soll 2021 nachgeholt werden.

In der Dresdner Frauenkirche war in diesem Jahr ein besonderes Kunstprojekt unter dem Dekaden-Motto „Umkehr zum Frieden“ geplant. In der nun ebenfalls verschobenen Veranstaltung mit dem Musiker und bildenden Künstler Michael Patrick Kelly sollte eine aus Munitionsschrott aus Verdun gegossenen Glocke, eine #PeaceBell, vorgeführt werden. Im „Peace Talk“ wollte der Künstler u.a. seine Motivation für das Projekt und was für ihn Umkehr zum Frieden ganz persönlich bedeutet, anschaulich erläutern.

Wegen der zeitlichen Nähe zum Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 hat auch in diesem Jahr das mahnende Erinnern an die damaligen furchtbaren Ereignisse einen Platz in den Veranstaltungen der FriedensDekade. In Leipzig wird am 9. November um 17:00 Uhr zum Friedensgebet in die Nikolaikirche mit anschließendem Kerzenweg zur Gedenkstätte Große Synagoge in der Gottschedstraße und um 19:00 Uhr zum Gottesdienst in die Thomaskirche eingeladen. In weiteren Städten wie Chemnitz, Dresden, Meißen und Neugersdorf finden ebenfalls aus Anlass der Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren Andachten statt.

In Aue wird am 9. November mit einem Friedensgebet um 18:00 Uhr in der St. Nikolaikirche das erschütternde Ereignis vom Heiligen Abend 2019 aufgegriffen, als während einer Weihnachtsfeier ein Mitarbeiter durch einen Messerangriff eines Asylbewerbers schwer verletzt wurde.

Am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr, 15. November, sind mehrere Gottesdienste der diesjährigen FriedensDekade gewidmet: In der Chemnitzer Kreuzkirche um 9:30 Uhr ein musikalischer Gottesdienst und in Dresden-Löbtau ein Ökumenischer Gottesdienst in der katholischen St.-Antoniuskirche. Der in jedem Jahr an der Dresdner Kreuzkirche beginnende „Weg der Erinnerung“, mit welchem an das Schicksal und Deportation Dresdner Juden im Februar 1945 erinnert wird, wurde in diesem Jahr coronabedingt abgesagt.

Buß- und Bettag und Abschluss der FriedensDekade

Als Abschluss der FriedensDekade feiern die Gemeinden besondere Gottesdienste am Buß- und Bettag, der nur noch im Freistaat Sachsen ein staatlich geschützter arbeitsfreier Feiertag ist. Zusammen mit der Initiative „Ökumenischer Weg“ laden die Kirchgemeinden in Stollberg zu einem Ökumenischen Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Stollberger St. Jakobikirche ein. Predigen wird Michael Zimmermann als Beauftragter für Friedens- und Versöhnungsarbeit in der EVLKS zum Motto der Friedensdekade „Umkehr zum Frieden“. Der geplante Thementag wurde coronabedingt abgesagt.

Zum Abschluss der FriedensDekade ist in der Dresdner Kreuzkirche um 18:00 Uhr ein zentraler Ökumenischer Gottesdienst geplant, zu der die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e.V. (ACK) gemeinsam mit der ACK Sachsen und dem Stadtökumenekreis Dresden einlädt. Es predigt Prof. Dr. Ulf Liedke von der Evangelischen Hochschule Dresden. Der Vorsitzende der ACK Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, spricht ein Grußwort. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst vom Chor der Russisch-Orthodoxen Kirche.

Geboren wurde die Idee zur FriedensDekade in den Niederlanden. Während des Kalten Krieges in den 1980er Jahren wurde die Idee der Friedenstage deutschlandweit bekannter – besonders in Ostdeutschland. „Schwerter zu Pflugscharen“ war hier das wohl bekannteste Projekt in jener Zeit. Die FriedensDekade hat wesentlich zur Vertiefung des christlichen Friedenszeugnisses beigetragen.

Motiv der Ökumenischen FriedensDekade 2020

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