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Taufwald in Wyhra erhält 1.500 Euro Preisgeld


15. September 2020

BORNA - Die Kirchgemeinde Wyhratal belegte beim Förderwettbewerb VRK GemeindeGrün mit ihrem Umweltprojekt „Taufwald in Wyhra“ den dritten Platz. Mit dem Preisgeld kann nun die Umsetzung starten.

Bereits im Juni richtete sich der Wettbewerb des Versicherers im Raum der Kirchen deutschlandweit an Kirchgemeinden, die sich für die Umwelt engagieren und lobte Preisgelder von insgesamt 11.000 Euro aus. In den vier Kategorien Naturschutz, Ressourcen, Klimaschutz und Ernährung beteiligten sich 56 Kirchgemeinden mit ihren nachhaltigen Projekten, darunter vier auf dem Gebiet der sächsischen Landeskirche. 

Vom alten Friedhof zum Taufwald

Ein alter Friedhof im beschaulichen Wyhra, ein Ortsteil von Borna, soll zum Taufwald umfunktioniert werden. Auf dem zu DDR-Zeiten von der Stadt Borna errichteten Friedhof werden seit 20 Jahren keine Bestattungen mehr vorgenommen, weshalb das Grundstück ungenutzt blieb. Nun soll dort je Täufling ein Baum gepflanzt werden. Auf der mit einer Mauer umrandeten Fläche haben schätzungsweise 50-70 Bäume Platz.

Das Projekt möchte speziell das Thema Taufe in den Mittelpunkt rücken. Die Kirchgemeinde Wyhratal möchte, dass der Ort so ansprechend wird, dass Menschen in persönlichen Kontakt kommen wollen, vielleicht auch neu darüber nachdenken, ihre Kinder taufen zu lassen. Eine Tafel am Eingang wird von der Idee des Taufwaldes auf diesem besonderen Grund erzählen und einladen, diesen Ort wahrzunehmen und mitzugestalten.

Ganz konkrete Ideen haben Pfarrerin Schelmat-von Kirchbach und ihre Sekretärin Frau Bauer entwickelt. „Wir wollen die Bäume sternförmig anordnen, dazwischen „Wege zur Mitte“. In der Mitte werden Bänke stehen, die wir von Spendern erhalten. Je nach Finanzen wird es auch ein Brunnen oder eine Vogeltränke geben. Auf jeden Fall sollen die Bänke zum Gespräch und Verweilen einladen. Eventuell gibt es noch zusätzlich den ein oder anderen „Naschbaum“ für die Kinder“, beschreibt Pfarrerin Schelmat-von Kirchbach die Zukunft des Grundstücks. „An den Bäumen sollen Nistkästen aller Art angebracht werden. Zudem soll ein Wiesenbereich als Blumenwiese wachsen, um den Insekten und Bienen Entfaltungsmöglichkeit zu bieten. Entlang der Mauer sollen Rosenbüsche wachsen.“

Förderung im Rahmen des Projekts einsetzen

Das Preisgeld soll für die Planung des Grundstückes und die Aufarbeitung des Geländes eingesetzt werden. Eine Planerin ist bereits mit den beiden Verantwortlichen im Gespräch. Zeitnah wird das Projekt durch die Gründung eines kleinen Teams verstärkt. „In der Gemeinde gibt es viele, die sich für das Projekt stark machen, wenngleich wir nur eine ganz kleine Gemeinde sind“, weiß Wyhratals Pfarrerin.

Bereits am kommenden Wochenende wird der erste Baum gepflanzt. „Am Sonntag, 20.09. zu Erntedank haben wir eine Taufe und pflanzen den ersten Baum – eine Magnolie. Wir ziehen nach dem etwas kürzeren Gottesdienst gemeinsam zum Taufwald und pflanzen dort mit Lied und Gebet. Die Schilder werden von den Familien gefertigt. Wir haben große Steine einer abgerissenen Scheune, die mit Namen, Taufspruch und Gestaltung versehen werden können. Die Pflege der Bäume übernehmen die Paten der Täuflinge“, berichtet Pfarrerin Schelmat-von Kirchbach.

Die Kosten für die Bäume werden von den Eltern des zu taufenden Kindes selbst getragen. Ein Förster wird für die Auswahl der Bäume beratend zur Seite stehen.  

Auf dem Gelände des alten Friedhofs entsteht ein Taufwald als Ort der Hoffnung.
Die Trauerhalle auf dem Gelände ist laut Tiefbauamt so stark verfallen, dass sich ein Abriss empfehle.

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