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Revolution und Demokratie


26. April 2019

Zuwendungsempfänger können auch Religionsgemeinschaften sein

DRESDEN - 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution und 100 Jahre nach der ersten Gründung eines Freistaates in Sachsen kommt es darauf an, die Erinnerung an diese Ereignisse erneut wachzurufen, sich dieses Erbe weiter oder ganz neu anzueignen und damit eine politische Kultur zu befördern, die mit Konflikten konstruktiv umgeht.

Christen in der damaligen DDR hatten einen besonderen Anteil an den gesellschaftspolitischen Veränderungen zum Ende der 1980er Jahre. Der totale Machtanspruch des kommunistischen Staates mit seiner atheistischen Weltanschauung führte zu einem dauerhaften Grundkonflikt zwischen Staat und Kirche.

Die Ergebnisse der Ökumenischen Versammlung, die 1988/89 in Dresden unter dem Thema “Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ stattfand, wurden zum geistigen Vorlauf der „gewaltlosen Revolution“, bestimmten danach die aus dem kirchlichen in den öffentlichen Bereich heraustretende Bürgerbewegung und fanden Eingang in die Programme neuer demokratischer Initiativen.

In dieser Zeit entstanden Zentren für Ökumene und Friedensarbeit, gemeindliche Aktionen zur materiellen Hilfe von Menschen in Mittel- und Osteuropa sowie das Engagement für christliche und reformpädagogische Bildung in Kindergärten, Schulen und Hochschulen in freier Trägerschaft. An diese Projekte zu erinnern, lohnt sich, aber auch an Initiativen, die sich in jüngster Zeit für den Zusammenhalt in der Gesellschaft und für Demokratie eingesetzt haben.

Die sächsische Staatsregierung will mit einem Förderprogramm Projekte unterstützen, die sich mit den deutschen Revolutionen und den auf sie folgenden politischen Systemwechseln auseinandersetzen und diese Erfahrungen für die Zukunft der Demokratie fruchtbar machen. Das Förderprogramm möchte auch lokale und regionale Ereignisse und Entwicklungen in das Blickfeld rücken, die bislang kaum größere Aufmerksamkeit bekommen haben.

Mit den geförderten Projekten sollen nicht nur die Menschen angesprochen werden, welche den Übergangsprozess selbst erlebt und mitgestaltet haben, sondern insbesondere auch nachfolgende Generationen oder diejenigen, die diesem Thema bisher fernstehen. Zuwendungsempfänger sind u.a. Religionsgemeinschaften mit dem staatlich anerkannten Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, insbesondere Kirchengemeinden in Sachsen.

Bewilligungsstelle ist die Sächsische Aufbaubank (SAB). Anträge für eine Projektförderung können für das Jahr 2019 bis zu dem zweiten Stichtag am 31. Mai 2019 und für das Jahr 2020 bis zu den Stichtagen 31. Oktober 2019 und 28. Februar 2020 bei der SAB eingereicht werden.

http://www.revolution.sachsen.de/

Ökumenische Versammlung in der Kreuzkirche
Nikolaisäule auf dem Nikolaikirchhof markiert Ausgangspunkt der damaligen Demonstration

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