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Restaurationsbeginn der Jehmlich-Orgel in Frauenkirche Meißen


09. August 2019

Denkmalgeschützte Jehmlich-Orgel wird bis 2021 restauriert

MEISSEN – Gestern fiel der Startschuss für die Restauraution der Jehmlich-Orgel. Vertreter aus Politik und sächsischer Landeskirche wurden dazu in der Meißner Frauenkirche eingeladen. Pfarrer Haubold begrüßte die Besucher, unter ihnen der Fachbeauftragte für Orgelwesen Tobias Haase und Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger, auf der Orgelempore der Frauenkirche.

Am 29. Juli hat die Orgelbaufirma vor Ort mit der Orgelsicherung und dem Ausbau der Orgelpfeifen begonnen. Diese wurden teils nach Dresden transportiert, um sie dort einer fachmännischen Restaurierung zu unterziehen.

Das Konzept sieht zunächst die Restaurierung und Rekonstruktion der Orgel auf ihren technischen und klanglichen Originalzustand von 1937 vor. In einem weiteren Bauabschnitt wird das Instrument mit dem Neubau eines Werkes aus Meissener Porzellan ergänzt. Sämtliche Arbeiten werden unter Beachtung strenger denkmalpflegerischer Kriterien ausgeführt. Im Februar hatte die Kirchgemeinde den Förderbescheid vom Landesamt für Denkmalspflege erhalten.

Die Orgelrestaurierung wird dank des Engagements des Schirmherren für das Orgelprojekt in der Frauenkirche, Dr. Thomas de Maizère, mit Bundes- und Landesmitteln unterstützt. Förderverein und Kirchgemeinde haben bereits Spenden gesammelt, die ebenfalls ins Projekt fließen. Weitere Spenden sollen im Laufe der nächsten eineinhalb Jahre akquiriert werden. Heute wurde außerdem ein Scheck aus Mitteln der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Meißen übergeben.  Die bis 2021 dauernden Arbeiten werden ca. 350.000 EUR benötigen bis die Jehmlich Orgel am Pfingstsonntag, den 23. Mai 2021 wieder eingeweiht werden kann.

Zur Vorgeschichte

Die Jehmlich-Orgel wurde in den Jahren 1929 bis 1937 erbaut. Sie verfügt über 56 Register und zwei Transmissionen auf drei Manualen und Pedal. Die Bestrebungen, die Orgel zu erneuern, führen bis in die späten 60er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Seit 1998 engagiert sich der Förderverein Frauenkirche Meißen e.V. für das Instrument. Dabei kam es zu Konzeptionen mit unterschiedlichen Ansätzen, die schließlich nach dem Jahr 2000 in der Idee des Neubaus einer „kommunikativen Orgel“ (Karsten Voigt) und der Ergänzung mit einem Werk aus Meissener Porzellan (Ludwig Zepner) mündeten.

Nachdem dieses Projekt bereits ausgeschrieben war, stellte die Denkmalbehörde aufgrund neuer Erkenntnisse zur Bedeutung des Instrumentes insbesondere für die deutsche Orgelbewegung die Jehmlich-Orgel im März 2015 unter Denkmalschutz. Ein Abriss und ein damit verbundener Neubau waren somit irrelevant.

Genehmigt hatte die Denkmalpflege aber im Zuge einer Restaurierung die Ergänzung mit einem Porzellanwerk.

Für die erneute Konzeption beauftragte die Kirchgemeinde den Orgelsachverständigen Herrn Holger Gehring (Kreuzkantor). Erkenntnisse zu Vorgängerinstrumenten lieferte auch eine Untersuchung des Sachverständigen Herrn Reinhard Schäbitz, der im jetzigen Instrument noch vorhandenes Pfeifenmaterial aus dem 17. Jahrhundert nachwies.

Dies und die Bedeutung des Instrumentes für die deutsche Orgelbewegung führten zur Einordnung als bundesweit bedeutendes Denkmal. 

 

 

Die Orgelsicherung und der Ausbau der Orgelpfeifen hatte bereits Ende Juli begonnen.
Übergabe des Förderbescheids der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Meißen
Fachbeauftragte für Orgelwesen Tobias Haase (rechts) im Gespräch mit Ralf Jehmlich, Geschäftsführer Jehmlich Orgelbau Dresden GmbH
Tobias Haase, Pfarrer Haubold, Sup. i.R. Andreas Stempel, zwei Vertreter der Sparkassenstiftung, Dr. Thomas de Maizière und Ralf Jehmlich (von links)

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