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Nachtschwärmer auf St.-Pauli-Friedhof eingeladen


23. Juni 2018

Johannistag aus christlicher Perspektive betrachtet

DRESDEN - Unter dem Motto „…mitten wir im Leben sind…“ laden der Kirchenbezirk Dresden Nord und der ‚Denk Mal Fort e.V.‘ am Sonntag, 24. Juni, zwischen 18:00 und 22:00 Uhr, ein zu Begegnung, Filmen, Gespräch und gemeinsamen Wegen auf den St.-Pauli-Friedhof (Hechtstraße 78). Eine der bedeutendsten Grabanlagen Dresdens, die seit zwei Jahren durch den Neustädter Friedhofsverband beschränkt geschlossen werden musste, soll am Johannistag besonders in die öffentliche Wahrnehmung gerückt werden.

Mittels unterschiedlicher Zugänge zu den Themen Tod und Sterben, Bestattungskultur, Vergänglichkeit, aber auch Architektur, Flora und Fauna und unter Einbeziehung verschiedener Dresdner Akteure soll der Friedhof als Erinnerungs- und Erzählort auf neue Weise erschlossen werden. Denk Mal Fort e.V. und der Kirchenbezirk haben dafür bewusst Dresdner Akteure gewinnen können: So wird Justus Ulbricht vom Dresdner Geschichtsverein e.V. am Grab des Philanthropen Franz Ludwig Gehe dessen bewegte Biografie illustrieren. Am Grab der Eltern von Erich Kästner rezitiert Robby Langner Gedichte des Dresdner Autors.

Der von der Stadt Dresden ehrenamtlich Beauftragte für Denkmalpflege, Jürgen Lambrecht, zeigt den Besuchern mit der Meschwitz-Eiche ein kleines forstbotanisches Wunder: Die auf dem Familiengrab des Dresdner Forstmeisters Friedrich Wilhelm Meschwitz befindliche Schindeleiche ist die größte ihrer Art in Deutschland. Ulrich Hübner vom Kulturamt der Stadt erläutert die denkmalgeschützte Architektur der Totenhalle. Unter dem Titel st.pauli_reloaded gibt es Kurzfilme von Dresdner Studierenden zu sehen. Der Eintritt zu all dem ist frei. Für Essen und Trinken ist gesorgt.

Superintendent Albrecht Nollau verweist auf christliche Traditionen auf der Höhe des Jahres: „Den Johannistag feiern wir als Geburtstag Johannes‘ des Täufers. Zugleich steht er in engem Zusammenhang mit der Sommersonnenwende. Wachsen und Vergehen, Leben und Sterben, Licht und Dunkel sind dabei Gegensatzpaare, die aus christlicher Perspektive auf eine große Hoffnung am Ende hinsteuern.“ Er freue sich deshalb auf nachdenkliche Nachtschwärmer, die sich auf dem St.-Pauli-Friedhof zu diesen Fragen auf die Spurensuche begeben wollen.

Holger Hase, Vorsitzender des Vereins Denk Mal Fort e.V., sagt: „Der St. Pauli Friedhof ist ein herausragendes Denkmal der Dresdner Sepulkralkultur. Auf ihm wurden zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten beigesetzt. Daneben existieren eine ganze Reihe von Kriegsgräbern, wie beispielsweise die Kindergrabstätte für die aus Osteuropa verschleppten Zwangsarbeiterinnen. Der Friedhof hat somit ein großes Potential zu einem historischen Lernort zu werden, auf dem die lokale Bestattungskultur der letzten 150 Jahre hervorragend nachvollzogen werden kann. Es würde mich daher freuen, wenn möglichst viele Dresdnerinnen und Dresdner sich am Johannistag aufmachen würden, um diesen spannenden Ort der Stadtgeschichte zu entdecken.“

Der St.-Pauli-Friedhof

Der elf Hektar große St.-Pauli-Friedhof steht insgesamt unter Denkmalschutz. Es ist ein naturnaher Friedhof mit einem reichen Baumbestand. U.a. steht dort Deutschlands größte Schindel-Eiche. Auf der terrassenförmigen Anlage zwischen Hechtstraße und Stauffenbergallee befinden sich derzeit noch etwa 1.400 Gräber mit Nutzungsrecht.

Durch die beschränkte Schließung vor zwei Jahren zeigt der St.-Pauli-Friedhof exemplarisch, dass der allgemeine gesellschaftliche Wandel in der Bestattungskultur weitreichende Folgen hat. Dresden verfügt mit seinen 58 Friedhöfen über zu viel Bestattungsflächen, die in ihrer Größe der Trauer- und Bestattungskultur des 19. Jahrhunderts entstammen.

Geöffnete Tür in die Feierhalle mit der Jehmlich-Orgel

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