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Landesbischof D. Gottfried Noth starb vor 50 Jahren


25. Mai 2021

Ein Kritiker zweier Systeme in schwieriger Bewährung für die Kirche

DRESDEN – Im Mai gedenkt die Landeskirche des vor 50 Jahren verstorbenen sächsischen Landesbischofs D. Gottfried Noth (1905-1971), dessen Grab sich auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden befindet. Zu Beginn seines 18-jährigen Wirkens als Landesbischof war er konfrontiert mit der verstärkten atheistischen und antikirchlichen Propaganda besonders gegen die Jungen Gemeinden.

„Durch seine theologische Klarheit, durch seinen seelsorgerlichen Rat und die Entschlossenheit gegenüber dem atheistischen Staat prägte er in Zeiten der Bedrängung maßgeblich die Landeskirche und erhöhte damit das Vertrauen in die Führung der Kirche“, sagt Landesbischof Tobias Bilz. Nach dem legendären Evangelischen Kirchentag 1954 in Leipzig, zu dessen Schlussversammlung demonstrativ 600.000 Menschen gekommen waren, habe er sich dem Ausbau der ökumenischen Beziehungen zu den katholischen Christen zugewandt. Das Fundament trage bis heute einen verlässlichen und vertrauensvollen Umgang zwischen den Kirchen, so Bilz.

Gottfried Noth wurde am 26. Januar 1905 in Dresden geboren. Nach dem Abitur in Dresden begann er ein Studium der Evangelischen Theologie in Leipzig und Erlangen. Nach dem Ersten Theologischen Examen in Leipzig, dem Licentiat der Theologie in Erlangen und der 2. Theologische Prüfung in Dresden wurde er als Hilfsgeistlicher Diakonissenanstalt Dresden ordiniert.

Von 1932 bis 1936 wirkte Gottfried Noth als Pfarrer in Zethau, Kirchenbezirk Freiberg. 1933 trat er dem Pfarrernotbund und der Bekennenden Kirche bei. Nach einem Jahr Dienst als Referent im  Landeskirchenamt kehrte er 1937 in seine Pfarrstelle in Zethau zurück, die er bis 1942 innehatte. Dann wurde er Pfarrer der Trinitatiskirchgemeinde Dresden. Als Sanitätssoldat eingezogen, geriet er in Kriegsgefangenschaft und arbeitete als Lazarettpfarrer.

Nach der Freilassung war er als Religionslehrer in Rheydt/ Niederrhein tätig, kehrte 1946 nach Dresden zurück, wo er wieder in der Trinitatiskirchgemeinde und zugleich als Oberlandeskirchenrat im Landeskirchenamt (bis 1950 kommissarisch) tätig wurde. Als vierter sächsischer Bischof erhielt Noth bei seiner Amtseinführung am 21. Oktober 1953 von seinem Amtsvorgänger Landesbischof Hugo Hahn im Dom zu Meißen das Bischofskreuz, mit dem er schon in der Zeit der Bekennenden Kirche eng verbunden war.

Gottfried Noth war Träger von Ehrendoktorwürden der Theologischen Fakultät der  Universität Erlangen und der Capital University Columbus/Ohio. Er wirkte als Mitglied des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen und weiterer wichtiger ökumenischer  Gremien mit. Am 9. Mai 1971 starb er in Dresden und fand am 14. Mai im gemeinsamen Grab mit seiner später verstorbenen Frau auf dem Dresdner Trinitatusfriedhof seine Ruhe.

Landesbischof D Gottfried Noth (1905-1971)

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