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Konzentriertes Studienangebot für die Religions- und Gemeindepädagogik


21. Mai 2019

Hochwertiges und praxisnahes Studium in Moritzburg und Dresden

DRESDEN | MORITZBURG - Die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens ermöglicht die Weiterführung eines Studienangebotes der evangelischen Religions- und Gemeindepädagogik in Moritzburg und Dresden. Zur künftigen Entwicklung der beiden Evangelischen Hochschulen Dresden und Moritzburg hatte die Kirchenleitung in ihrer Sitzung am 10. Mai 2019 beraten und Beschlüsse gefasst.

Entschieden wurde, dass – entsprechend den noch zu führenden Gesprächen mit dem Freistaat Sachsen – die bisherigen Moritzburger Studienangebote ab September 2020 im Studienprogramm der Evangelischen Hochschule Dresden weitergeführt werden sollen. Der Standort Moritzburg bleibt weiterhin erhalten. Mitarbeitende der bisherigen Moritzburger Hochschule können von der Dresdner Hochschule übernommen werden.

Damit ist auch künftig ein attraktives Studium der Religions- und Gemeindepädagogik in Moritzburg und Dresden möglich. Das Institut für Berufsbegleitende Studien (IBS), das bisher Bestandteil der Moritzburger Hochschule war, wird künftig in Trägerschaft des Moritzburger Diakonenhauses weitergeführt.

Der vor fünf Jahren vom Landeskirchenamt eingesetzte Hochschulentwicklungsrat unter Leitung des zuständigen Dezernenten im Landeskirchenamt,  Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, hatte sich gemeinsam mit den Hochschulleitungen intensiv mit künftigen Strategien beschäftigt. Ziel war es, unter den sich weiter geänderten Kontexten von Kirche und Gesellschaft eine stabile und zukunftssichere Hochschulstruktur innerhalb der Landeskirche zu entwickeln. Auch künftig sollen junge Menschen attraktive Studienangebote für einen Beruf in Kirche und Diakonie  an einer kirchlich getragenen Hochschule finden können.

Mehrfach war in den zurückliegenden Jahren dazu in der Kirchenleitung berichtet und beraten worden. In vielen Gesprächen innerhalb der zuständigen Hochschul- und Trägergremien, mit den politisch verantwortlichen Stellen des Freistaates Sachsen und mit Studierendenvertretern hat sich nun herausgebildet, dass innerhalb des Studienprogrammes der Evangelischen Hochschule Dresden eine Weiter- und Fortführung von religions- und gemeindepädagogischen Studienangeboten möglich sein wird, vorausgesetzt der noch nötigen Zustimmungen von Seiten des Freistaates Sachsens.

Damit wird das Studienprogramm der Evangelischen Hochschule Moritzburg in konzentrierter Form innerhalb der Evangelischen Hochschule Dresden weitergeführt. Der Studienstandort Moritzburg bleibt dabei derzeit erhalten.

Oberlandeskirchenrat Pilz betont: „Wesentlich ist, dass junge Menschen auch künftig eine attraktives Studienangebot für die Religions- und Gemeindepädagogik im Raum unserer Landeskirche, in Moritzburg und Dresden, haben werden. Das ist mit diesem Schritt möglich. Damit können wir weiter für ein hochwertiges und praxisnahes Studium für diesen wichtigen Arbeitsbereich unserer Kirche werben. Gemeinde- und Religionspädagogik ist ein wunderbarer, sinnstiftender und abwechslungsreicher Beruf, den wir in Kirche und Schule auch künftig brauchen werden.“

Geplant ist, ab 1. September 2020 einen neu konzipierten Bachelor der evangelischen Gemeinde- und Religionspädagogik anzubieten, dann innerhalb des Studienprogrammes der Evangelischen Hochschule Dresden.

„Ich bin überzeugt, dass das Studium an Tiefe und Anregungsbreite gewinnen kann und sich in einer renommierten Hochschule stark positionieren wird, ohne dass die wichtige Moritzburger Tradition und Erfahrung vergessen wird. Die Moritzburger Diakonengemeinschaft ist bereits seit der Gründung der Evangelischen Hochschule Dresden Anfang der 1990er Jahre als Mitstifterin der Dresdner Hochschule verbunden und kann dieses Selbstverständnis nun eintragen. Die Diakonengemeinschaft kann von diesem Schritt wertvolle neue Impulse erfahren.“, so der Dezernent.

Die Kirchenleitung hat zugleich entschieden, dass das Institut für berufsbegleitende Studien (IBS), das berufsbegleitende Qualifizierungen für Gemeindepädagogik und Diakonie anbietet, weiter vom Diakonenhaus Moritzburg getragen wird. Die Bildungsangebote dieses Instituts werden auch künftig u.a. die Einsegnung als Diakone und Diakoninnen der Moritzburger Diakonengemeinschaft ermöglichen.

Hintergrund und Entwicklung:

Die Evangelische Hochschule Moritzburg besteht seit 1992 und hat heute 115 Studierende; die Evangelische Hochschule Dresden seit 1991 mit heute knapp 700 Studierenden.

Nachdem sich 1991 die Evangelische Hochschule Dresden gegründet hatte, folgte ein Jahr später die angestrebte Anerkennung der Moritzburger Ausbildungen (damals zu Gemeindehelferinnen und Diakonen) als Fachhochschule. Zugleich ging Anfang der 1990er Jahre das „Amalie-Sieveking-Haus“ in Radebeul in die neue Moritzburger Hochschule über. Innerhalb der DDR war das Amalie-Sieveking-Haus eine von nur wenigen „evangelischen Direktausbildungsstätten“ zur Ausbildung von Gemeindepädagogen (Katecheten).

Das Evangelisch-Lutherische Diakonenhaus Moritzburg war damals neben der Landeskirche, dem Freistaat Sachsen, der Stiftung des Rauhen Hauses Hamburg und dem Diakonischen Werk Sachsen Mitstifterin der Stiftung „Evangelische Fachhochschule für Soziale Arbeit“ (heute Evangelische Hochschule Dresden).

Schon damals war über eine Zusammenführung bzw. die jeweilige Positionierung beider Evangelischer Hochschulen in unmittelbarer Nachbarschaft diskutiert, dies aus unterschiedlichen Gründen jedoch nicht weiter verfolgt worden.

Evangelische (oder katholische) Hochschulen mit mehreren Standorten sind durchaus üblich. Die Evangelische Hochschule Ludwigsburg hat beispielsweise einen weiteren Standort in Reutlingen (60 km entfernt). Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen hat mit Aachen, Köln, Münster und Paderborn vier Standorte.

Zentrales Gebäudes der ehm und des TPI
Gemeinsames zentrales Gebäude der ehm und des TPI
Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz
Innenbereich der ehs
Innenbereich der Ev. Hochschule Dresden
Hinterer Eingang vom Campus der ehs

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