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Herbert Gadsch und mehr…


12. Dezember 2019

Adventsmusik aus den Beständen der SLUB Dresden 

DRESDEN - Die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) hatte gestern, 11. Dezember, zu ihrer abendlichen Adventsmusik in den Klemperer-Saal eingeladen. In diesem Jahr standen u.a. Werke des sächsischen Kirchenmusikers und Komponisten Herbert Gadsch (1913-2011) auf dem Programm. Er hinterließ ein umfangreiches kompositorisches Œuvre, das neben sakralen Kompositionen Werke für Kammerorchester, Solokonzerte und Liederzyklen umfasst.  

Begrüßt wurden die Besucher und der Gastchor aus Wurzen von Kerstin Hagemeyer, Referentin der Musikabteilung der SLUB. Sie dankte den Sängerinnen und Sängern der Jugendkantorei des Wurzener Domes für ihr Kommen, die nun zum dritten Mal mit Adventsmusik aus den Beständen der SLUB auf die Weihnachtszeit einstimmten. Eigens für diesen Abend hatte das Ensemble unter Leitung von Kirchenmusikdirektor i.R. Johannes Dickert Motetten und Liedsätze von Herbert Gadsch einstudiert. Dickert wurde im Juni 2019 feierlich in Wurzen St. Wenceslai in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolgerin, Kantorin Kaora Oyamada, begleitete ihn nach Dresden und übernahm bei manchen Stücken das Dirigat. 

Der Nachlass von Herbert Gadsch wird seit 2011 in der SLUB aufbewahrt. Unter anderem erklangen seine Motette „Gebet um Frieden“ und das Spiritual „Wade in the water“. Kirchenmusikdirektor Johannes Dickert, der selbst Schüler von Herbert Gadsch war, spielte das „Concertino für Orgel über O du fröhliche“. Weiterhin kamen Chorstücke von Rudolf Zöbeley, Ernest White, Hans Leo Hassler, Johann Eccard, Andreas Hammerschmidt Vytautas Miškinis, Józef Swider, Heinrich Herzogenberg und Erhard Mauersberger zu Gehör. 

Der Kantor und Organist Herbert Gadsch gehörte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den führenden Kirchenmusikern in Sachsen. Geboren am 7. April 1913 in Mittweida, studierte er von 1930 bis 1935 am Kirchenmusikalischen Institut in Leipzig u.a. bei Ferdinand David (Tonsatz), Friedrich Högner (Orgel) und Kurt Thomas (Chorleitung). 1937 nahm er seine Tätigkeit als Kantor an der Marienkirche in Großenhain auf und prägte hier für 44 Jahre das musikalische Leben. 1952 wurde Gadsch zum Kirchenmusikdirektor des damaligen Kirchenbezirks Großenhain berufen. Als Dozent für Tonsatz und liturgisches Orgelspiel setzte er sich für eine Erneuerung der Kirchenmusik und eine zeitgenössische Tonsprache ein. 

Die Jugendkantorei des Wurzener Domes wurde 1986 von Kirchenmusikdirektor Johannes Dickert gegründet und zählt heute ca. 30 Mitglieder. Der musikalische Schwerpunkt des Chores liegt vorrangig in der Erarbeitung geistlicher A-cappella-Werke alter und neuer Meister wie Heinrich Schütz, Johann Christoph Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy, aber auch gemäßigt moderne Chorliteratur und Spirituals sind Bestandteil des Repertoires.

Das gestrige Konzert in der SLUB wurde unterstützt von der sächsischen Landeskirche, die damit auch das Lebenswerk des Großenhainer Kirchenmusikers Herbert Gadsch und das kirchenmusikalische Engagement in Wurzen gleichermaßen würdigt.

Kerstin Hagemeyer, Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger, Johannes Dickert

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