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Grundstein für die Arbeit des Leipziger Missionswerkes


17. August 2019

Anfang der „Äußeren Mission“ geht in Sachsen auf „Laien“ zurück

DRESDEN | LEIPZIG -  Am 16. August 1819 lud Magister Gustav Ernst Christian Leonhardi, Diakonus der Dresdner Kreuzkirche, sechs Männer („nachmittags fünf Uhr“) in seine Amtswohnung ein, um einen Verein zur Unterstützung des 1816 gegründeten Baseler Missions-Instituts zu gründen. Dieses war damals die einzige deutschsprachige protestantische Organisation, die Missionare für den Dienst in Übersee ausbildete. Sie gründeten den Dresdner Missions-Hülfsverein in der Überzeugung: „Die Zeit kommt, wo alles sich drängt, zu dem Reich Gottes zu kommen.“

Der anwesende Konrektor der Dresdner Kreuzschule Detlev Carl Wilhelm Baumgarten-Crusius verfasste einen Aufruf, der um Unterstützung für den neugegründeten Verein warb. Ziel des Vereins war es, Spenden für die Baseler Missionarsausbildung zu sammeln.

Der Zuspruch kam prompt. Im ersten Jahresbericht wird von 50 beteiligten Ortschaften und einer Gesamteinnahme von 1008 Talern, 18 Groschen und 3 Pfennigen berichtet.

Der Anfang der „Äußeren Mission“ geht in Sachsen also auf „Laien“ zurück. Es waren vor allem Geschäftsleute, Adlige und Beamte, unter ihnen der sächsische Minister Graf Detlev von Einsiedel, die die Arbeit unterstützten. Sie waren bewegt vom Geist der Herrnhuter, einem Aufruf Tübinger Theologen und dem missionarischen Aufbruch auf den britischen Inseln, von denen einst das Evangelium nach Deutschland gekommen war.

Missionsgesellschaft in Dresden dann Umzug nach Leipzig

In den 1830er-Jahren wird sich der Wunsch verstärken, die Arbeit auf das lutherische Bekenntnis zu gründen und eine eigene Missionsschule zu gründen. Aus diesen Bestrebungen entstand am 17. August 1836 die „Evangelisch-lutherische Missionsgesellschaft zu Dresden“. Diese zog 1848 nach Leipzig um und trägt heute den Namen Evangelisch-Lutherisches Missionswerk Leipzig.

Ravinder Salooja, Direktor des Leipziger Missionswerkes, würdigt das Dresdener Engagement: „In Dresden wurde vor 200 Jahren der Grundstein für unsere heutige Arbeit gelegt. Wir erinnern uns in Dankbarkeit an die vielen Unterstützerinnen und Unterstützer, die damals in unruhigen und schweren Zeiten ihren Blick geweitet und ihr Herz geöffnet haben.“

Originalzitate

Aus dem Aufruf von Konrektor der Dresdner Kreuzschule Detlev Carl Wilhelm Baumgarten vom 16. August 1819:

„Es ist nöthig, daß es unterstützt und sein Wirkungskreis erweitert werde. Schon haben sich Hülfsgesellschaften in allen Theilen von Deutschland und der Schweiz gebildet. Sollen wir Sachsen, sonst so warme Freunde der Wahrheit, uns nicht an unsre Brüder zu so edlem Zwecke anschließen?“

Zitiert nach Edmund Alex (1869): 50 Jahre Missionsthätigkeit im königlichen Sachsen, Dresden, Seite 16

Ein halbes Jahr später, am 16. Februar 1820, heißt es in einer gedruckten Mitteilung aus Dresden:

„Durch ganz Sachsen haben sich in kurzer Zeit Gesellschaften gebildet, in denen für die Missionen durch Gebet und Erbauung, durch Anschaffen und Lesen der Baseler Missionsmagazine, durch gemeinschaftliche Berathung und durch Unterstützung mit Geldbeiträgen gewirkt wird. Ueberall treten neue Mitglieder hinzu, und in der Mitte der Gesellschaften vermehrt sich die Wärme der Theilnahme mit dem Fortschreiten des Werkes.“

Zitiert nach Edmund Alex (1869): 50 Jahre Missionsthätigkeit im königlichen Sachsen, Dresden, Seite 18

Online unter: https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/95938/26/0/

Nächste Veranstaltung im LMW:

Vom 23. bis  25. August 2019 lädt das Leipziger Missionswerk zu seinem 183. Jahresfest ein. Es steht unter dem Motto „… weil Gottes Welt allen gehört“ und widmet sich vor allem den Beziehungen zur Partnerkirche in Indien, die im Januar 2019 100 Jahre der Selbstständigkeit feierte. Ein Teil des Programms ist öffentlich und kann ohne vorherige Anmeldung besucht werden:

Beginn am 23. August, 18:00 Uhr: Alles, was Recht ist. Zur Situation von Dalits (Kastenlosen) in Indien. Öffentlicher Vortrag von Manuela Ott, Dalit Solidarität in Deutschland, Hamburg.

PROGRAMM

Porträt Karl Wilhelm Baumgarten-Crusius (1843)
Karte mit Geschichte der Mission und Porträt von Karl Graul, der 1843 als erster Direktor der Evangelisch-Lutherischen Missionsgesellschaft zu Dresden berufen und 1844 eingeführt wurde.

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