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Gottesdienst und Festveranstaltung zu "150 Jahre Diakonie in Sachsen"


02. Oktober 2017

Diakonie-Direktor Schönfeld: „Eine Segensgeschichte trotz Schuld und Defiziten!“

DRESDEN - 150 Jahre Diakonie - das sind 150 Jahre soziale Arbeit in fünf staatlichen Systemen: „Wer kritisch Bilanz zieht, darf dankbar erkennen: Trotz Versagen, Schuld und Defiziten ist es eine Segensgeschichte gewesen“, so Christian Schönfeld, Direktor der Diakonie Sachsen, zum Auftakt der Festveranstaltung im  „GebäudeEnsemble Deutsche Werkstätten Hellerau“ am 150. Jahrestag, 29. September, seit der Gründung des Vereins.

Dass das so sei, liege an der diakonischen Idee selbst. „Es ist die beste Idee der Welt! Denn die Sorge um die Armen, Hilfsbedürftigen und Kranken gehört zu einem Leben in der Nachfolge Jesu von Anfang an dazu. Seit sich Mitte des 19. Jahrhunderts die Diakonie als „Kirche der Tat“ eine eigene Organisationsform und damit dem sozialen Engagement eine auf Dauer angelegte, stabile und moderne Struktur gegeben hat, hat sich viel geändert und es sind eine Vielzahl neue helfender Berufe entstanden. Heute arbeiten bei uns rund 22.000 Mitarbeitende in über 1.900 Diensten und Einrichtungen kompetent, hochprofessionell und segensreich in allen Bereichen des Sozialstaats!“, zieht der Diakonie-Chef Bilanz.

Vom Krankenhaus bis zum Hospiz, von der Wohnungsnotfallhilfe über die Schuldnerberatung bis hin zur Ehe- und Lebensberatung, vom Altenpflegeheim über die Sozialstation bis hin zu Tagespflege, von der Kindertagesstätte über Schule und Werkstatt für Menschen mit Behinderung unterstützen diakonische Einrichtungen Menschen mit Hilfebedarf. „Aber neben der Unterstützung für den Einzelnen müssen wir als Diakonie auch die Ursachen von sozialer Not klar benennen - das kommt nicht immer gut an. Dennoch darf sich Kirche und Diakonie nicht in einer „Heftpflastermentalität“ erschöpfen.  Das Eintreten für die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben und für ein soziales und gerechtes Miteinander ist ebenfalls ein Markenzeichen der Diakonie“, so Schönfeld weiter.  

„Wo Kirche und Diakonie mit ihrer Umwelt nur in konfliktloser Harmonie leben, muss man misstrauisch sein!  Das hat der Theologe Helmut Gollwitzer gesagt und er hat Recht. Insofern, liebe Anwesende und Mitfeiernde, werden wir uns weiterhin einmischen - denn das ist auch unser Auftrag!  Und wir vertrauen darauf, dass Gottes Möglichkeiten auch dann noch nicht ausgeschöpft sind, wenn wir an unsere eigenen Grenzen stoßen sollten!“

Auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich würdigte in seinem schriftlichen Grußwort das Wirken der Diakonie:  „Es ist mir ein persönliches Anliegen, Danke zu sagen für 150 Jahre Diakonie in Sachsen. Ihr Dienst an den Menschen wirkt weit über die Kirche hinaus und ist wichtig für unser Gemeinwesen. Es ist auch ein wichtiger Beitrag für das Miteinander in der Gesellschaft. Der Staat muss nicht alles selber machen und er kann auch nicht alles besser. Daher ist es ein Segen, dass die Kirchen selbst karitativ tätig sind. Ich wünsche Ihnen, dass die Diakonie in Sachsen auch weiterhin so erfolgreich ist, wenn es darum geht, Menschen zur Seite zu stehen und sie darin zu unterstützen, dass ihr Leben gelingt.“

Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, sagte,  wie wichtig es gerade in Sachsen sei,  „die Sorgen der Menschen glaubwürdig ernst zu nehmen – ohne dabei allzu einfache oder gar menschenfeindliche Lösungen und Phrasen (AfD-Sprech) zu übernehmen. Darum danke ich Ihnen heute besonders für Ihren wertvollen Einsatz für Menschen, die sich unbehaust und ungehört fühlen in unserer Gesellschaft. Dazu gehören für mich auch die zahlreichen Beratungsangebote der Diakonie. Dort finden Menschen niederschwellig ein Ohr für ihre Sorgen und Unterstützung in sozialen Schwierigkeiten. Diese Arbeit stellt durch die zu erbringenden Eigenmittel eine zunehmende Belastung für die Träger dar.

Seien Sie versichert, dass wir Sie in Ihrem Bestreben, die Refinanzierung dieser wichtigen Arbeit der Beratungsstellen zu sichern, unterstützen werden!“, so der Diakonie-Präsident. Lilie dankte allen Mitarbeitenden der Diakonie Sachsen herzlich für ihr Engagement und für ihren Dienst, „mit dem Sie täglich einen unschätzbaren Beitrag für unsere Gesellschaft –  im Lutherjahr selbstverständlich mit Luther gesprochen: „für Gott und für alle Welt“ leisten!“

Auch der Vorsitzende des Diakonischen Rates,  Andreas Stark, nahm das Jubiläum zum Anlass, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die an der Basis die kräftezehrende Alltagsarbeit leisten, für ihr tägliches Engagement in den vielfältigen sozialen Arbeitsgebieten der Diakonie sehr herzlich zu danken. Er bekannte sich zur Vielfalt diakonischer Arbeit in den Regionen Sachsens, der engen Verbindung zwischen Kirche und Diakonie und warb darum, um die richtigen Strategien und Wege in die Zukunft diakonischer Arbeit engagiert, sachlich und in gegenseitigem Respekt zu ringen.

Diakonie Sachsen

Bild: Diakonie-Direktor Christian Schönfeld (Foto: Steffen Giersch)
OKR Christian Schönfeld, Direktor des Diakonischen Amtes

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