Mitteilungen für Haupt- und Ehrenamtliche

Mitteilung

Bereich

Geistliches Wort zur Weihnachtlichen Vesper


23. Dezember 2019

Gottes Größe und der Einbruch des Ewigen in das Zeitliche 

DRESDEN – Landesbischof i.R. Jochen Bohl sprach in seinem Geistlichen Wort zur Weihnachtlichen Vesper vor der Frauenkirche am 23. Dezember Unwahrscheinliches und Unverhofftes an. Das könne im Privaten die plötzliche Liebe sein oder im Öffentlichen, an dieser Stelle, die Rede von Bundeskanzler Kohl vor 30 Jahren. „Die große Liebe kann in kleinen Streitereien zerbrechen; [oder] nicht jeder hat in der Zeit der Freiheit, die 1990 begann, sein Glück gefunden“, sagte er. Ob aber das Unverhoffte Bestand habe, könne man nicht wissen, denn so schnell wie es komme, könne es auch vorbei sein. So sei die Geschichte, wenn überhaupt, nur im Rückblick verstehbar. 

Auch die Geburt des Gotteskindes in der Heiligen Nacht sei eine unglaubliche Geschichte. Selbst die von den Hirten auf dem Felde sei geprägt vom fassungslosen Staunen. Heute gehe es uns nicht anders. Das menschliche Maß habe somit seine Grenzen, und mache demütig. „Es kann die Größe Gottes nicht erfassen, nicht seine Menschwerdung verstehen, nicht den Einbruch des Ewigen in das Zeitliche“, so Bohl.

Diese Welt sei bestimmt von Gegensätzen, Finsternis und Licht, in der Menschen Böses tun, einander Leid zufügen, aber auch fähig seien zu Gutem, zur Liebe und zur Versöhnung. Letzteres sei der Ruf der Engel in der Heiligen Nacht. Zu allen Zeiten hätten Menschen ihn gehört.  

Bohl ging auf die Situation dieser Tage ein, „in denen die Welt aus den Fugen scheint, in unserem Land sich Gegensätze aufgetan haben – Demokratieverdrossenheit, hasserfülltes Reden, politisch motivierte Gewalttaten, das Wiedererwachen des Antisemitismus. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle, auf offener Straße vor ihr die Morde.“ Wie sei es dazu gekommen? Sei nicht die Lektion gelernt als die Frauenkirche in Trümmern lag? Er erinnerte an den Beginn der Nazi-Diktatur, als die Verblendung und Gewalt begann, gegen Juden, dann gegen die Völker Europas. Die Weihnachtsgeschichte und das Leben Jesu zeigen den Weg der Versöhnung, wie das Zerrissene geheilt werden könne.

Dresden am 23. Dezember vor Heilig Abend

Teilen Sie diese Seite