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Gedenken an Reichspogromnacht vor 79 Jahren


06. November 2017

Eine Handreichung über das Verhältnis von Christen und Juden erschienen

DRESDEN - Das Gedenken an die Reichspogromnacht am 9. November vor 79 Jahren ist für Veranstaltungen in den Kirchgemeinden Anlass, um an den damaligen Beginn der systematischen Judenverfolgung und an den vorher schon offen propagierten Antisemitismus seit der Nazi-Herrschaft zu erinnern und für das Heute zu mahnen.

In Chemnitz beginnt das Gedenken am 9. November mit einem Friedensgebet um 18:00 Uhr in der Chemnitzer Stadt- und Marktkirche St. Jakobi unter musikalischer Begleitung durch das Akkordeonduett Elena und Ruslan Kratschkowski aus Dresden. Der anschließende Gedenkweg führt wieder zur Stele am Stephanplatz. Um 19:30 Uhr wird im Jüdischen Gemeindezentrum (Stollberger Str. 28) an Mordechai Gebirtig, dem „Vater des jiddischen Volksliedes“, zum 140. Geburtstag und an den 75. Jahrestag seiner Ermordung erinnert. Gebirtigs Erbe besteht nicht nur aus Melodien und Liedtexten, sondern auch aus seinen Beschreibungen über das jüdische Leben in Polen unter Österreichern, Polen und Deutschen.
In der Leipziger Thomaskirche findet um 19:00 Uhr zum Gedenken an die Pogromnacht 1939 ein von der Thomaskirchgemeinde, der Israelitischen Religionsgemeinschaft und der Jüdisch-Christlichen Arbeitsgemeinschaft verantworteter Gottesdienst statt. In ihm spricht  Rabbiner Dr. Walter L. Rothschild aus Berlin . Der Leipziger Synagogalchor singt unter Leitung von Ludwig Böhme; Orgel, Ullrich Böhme.

In der Frauenkirche in Meißen erklingt um 19:30 Uhr Klezmer Musik mit dem Harry`s Freilich Trio. Im erzgebirgischen Pretzschendorf gibt es im Pfarrhaus zur gleichen Zeit eine Andacht.

Am nächsten Tag, 10. November, wird in Chemnitz als Höhepunkt eines Orchesterkonzerts in der Propstei St.-Johannes-Nepomuk um 19:30 Uhr zum Gedenken an die Reichspogromnacht die „Missa Misericórdiae“ des Chemnitzer Komponisten Thomas Stöß aufgeführt. Das eindrucksvolle Chorprojekt beschäftigt sich mit dem Thema ‚Schuld-Leid-Terror‘, Ursachen, Folgen und der Barmherzigkeit, der wichtigsten Tugend aller monotheistischen Religionen.

Im nächsten Jahr wird im 80. Jahr an die Opfer der damaligen antijüdischen NS-Pogrome in besonderer Weise gedacht. Im Vorfeld des Gedenkens wurde in diesem Herbst die Handreichung „Das Verhältnis von Christen und Juden als Thema kirchgemeindlicher Arbeit“ mit einem Wort der Kirchenleitung herausgegeben.   Die Handreichung an die Gemeinden gegeben, die verschiedene Texte und Themen zusammenfasst, die seit 1948 veröffentlicht wurden und die den Weg des Dialogs auf verschiedenen Ebenen nachzeichnen.
Für den 22. Januar 2018 ist in Leipzig ein Studientag zum Christlich-Jüdischen Dialog geplant.



Bild: Erinnerung an ein jüdisches Geschäft, das 1938 geschändet wurde (Foto: Rainer Oettel)
Gedenkort an ein ehemaliges jüdisches Geschäft

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