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Früherer Synodalpräsident gestorben


13. November 2019

24-jähriges Engagement in Landessynode und weiteren Gremien

DRESDEN – In dankbarer Anerkennung für das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement in Kirchgemeinde und Landeskirche gedenkt die Landeskirche dem am 11. November 2019 verstorbenen früheren Präsidenten der 22. und 23. Landessynode (1984-1996), Rolf Böttcher. Sie spricht gemeinsam mit der Ortsgemeinde  im erzgebirgischen Grünhain-Beierfeld der Familie ihre Anteilnahme und Trauer aus. Der im Alter von 84 Jahren im Kreis seiner Familie verstorbene Böttcher wird am 22. November um 12:00 Uhr auf dem Friedhof in Grünhain beigesetzt. Der Trauergottesdienst findet um 13:00 Uhr in der St. Nicolaikirche Grünhain statt. 

Dipl.-Ing. Rolf Böttcher kam 1978 als berufenes Mitglied in die 21. Landessynode. Als 49-jähriger wurde er im Mai 1984 zum Präsidenten der 22. Landessynode gewählt. Nach sechsjähriger Legislatur erfolgte im Jahre 1990 seine Wiederwahl zum Präsidenten der nunmehr 23. Landessynode. In seiner Anfangszeit im Präsidentenamt diskutierte die Landessynode über eine stärkere Gemeinschaft der evangelischen Landeskirchen in der DDR,  über ökumenische Fragen sowie die zunehmenden  gesellschaftlichen Herausforderungen am Ende der DDR, u.a. in Friedens- und Umweltfragen. 

1984 unterschrieb er einen Brief der Synode an die sächsischen Gemeinden, worin es u.a. hieß: „Obwohl sich Politiker und viele andere Menschen, kirchliche Gruppen und Gremien in der Ökumene und bei uns und wir alle uns in der Friedensdekade, in Friedensgebeten oder Friedensseminaren um den Frieden bemüht haben, werden neue Raketensysteme in Europa stationiert. Wir beklagen, daß es zu dieser Entwicklung gekommen ist…“

Mit Beginn der zweiten Präsidentschaft von Böttcher war die Landessynode mit den Veränderungen in Folge der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit befasst. Das bedeutete neue Herausforderungen im Staat-Kirche-Verhältnis, dem Leitbild von „Kirche mitten in der Gesellschaft“, der Mitgliedschaft in der Vereinigten Evangelisch Lutherischen Kirche in Deutschland (VELKD), der Integration in die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der einhergehenden Behandlung von zahllosen Kirchengesetzen bis zur Entscheidung zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche.  

Landesbischof i.R. Volker Kreß, der Rolf Böttcher zu Beginn seines Amtszeit noch als Synodalpräsidenten erlebt hat, würdigte ihn als unglaublich fairen und liebenswerten Glaubensbruder: „Ihm lag jedes diplomatische Ringen mit dem Landeskirchenamt fern und war in der Leitung der Landessynode immer um einen klaren und guten Kurs des gegenseitigen Einvernehmens in unserer Landeskirche bemüht.“ 

1935 geboren, absolvierte Rolf Böttcher nach der Volksschule in Grünhain bei Aue 1952 eine Lehre als Elektroinstallateur. Er war dann als Prüffeldmonteur im dortigen VEB Elektromotorenwerk tätig und schloss 1957 ein Fachhochschulstudium als Ingenieur für elektrische Geräte und Anlagen in Mittweida ab. An der TU Dresden qualifizierte er sich zum Diplomingenieur und war ab 1969 Leiter für Prüf-, Produktions- und Entwicklungsaufgaben. 1970/71 wurde er im damaligen Ceylon (Sri Lanka) bei der Errichtung einer Textilfabrik eingesetzt. 

Kirchlich kam Böttcher aus der Gemeinschaftsbewegung und ihrer Jugend. Von 1959 bis 1978 war er im heimatlichen Kirchenvorstand aktiv. Darüber hinaus engagierte er sich in der Kirchentagsbewegung und wurde 1975 Mitglied im Landesausschuss von Kongress und Kirchentag. Ab 1982 war er Mitglied der Bundessynode und von ihr in die Konferenz der Evangelischen Kirchenleitungen delegiert. Der Wahlkreis Aue wählte ihn 1984 in die 22. Landessynode, die ihn zu ihrem Präsidenten wählte. Nach der Legislatur der 24. Landessynode schied er 2001 aus 24-jähriger synodaler Mitarbeit aus. Sein weiteres kirchliches Engagement galt seiner Heimatgemeinde.

Zu Gast auf der Frühjahrstagung der Landessynode 2018

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