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Dialog braucht Gewaltfreiheit!


09. Oktober 2021

DRESDEN – Zur Frauenkonferenz der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, die zum Thema „Demokratie im Dialog“ am heutigen 9. Oktober 2021 in Dresden stattfindet, sprach Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte als Vertreterin der sächsischen Landeskirche ein Grußwort. In ihm machte sie deutlich, was für Kirche und Demokratie gleichermaßen gilt: Dialog braucht Gewaltfreiheit.

Magrit Klatte blickte zunächst auf die Geschichte der Christenheit: „Von Anfang an haben Christinnen und Christen um den richtigen Weg gerungen, gestritten, gekämpft – sehr heftig zum Teil. Daraus ist eine große Erfahrung im kritischen Auseinandersetzen entstanden.“ Drei wichtige Erkenntnisse seien daher für Christinnen und Christen heute leitend. So sei es wichtig, auch in Konflikten in Verbindung zu bleiben. „Verbindend war der Glaube an den Gott, der die Welt erschuf und in Jesus den Menschen nahe war. Im Rahmen dieser Verbundenheit war und ist Streit nötig und möglich: Streit um den richtigen Weg, um die Wahrheit, auch um Macht und Positionen.“ Zu akzeptieren, dass Konflikte und Auseinandersetzungen dazu gehörten, sei auch heute noch eine Herausforderung für die Gesellschaft. Klatte ermutigte dazu: „Es ist an der Zeit, zu streiten. Es ist nicht an der Zeit, sich aus dem Weg zu gehen.“

Die christliche Gemeinschaft habe aber in über 2000 Jahren Glaubensgeschichte die Erkenntnis entwickelt, dass es gut für den Menschen und gut für die Gemeinschaft sei, wenn in Konflikten die Würde des Gegenübers nicht verletzt werde, betonte Klatte. Es gelte, den anderen zunächst mit seinen Anliegen ernst zu nehmen und sich dann mit seiner Position kritisch auseinander zu setzen. Dies gehe nur unter Achtung der anderen Person. Klatte machte deutlich, was dabei wichtig ist: „Dialog braucht Gewaltfreiheit. Denn wenn Menschen an Leib und Seele verletzt werden, wird es keinen wahren Frieden geben.“ Bezogen auf den zur Tagung auch thematisierten Widerstand von Frauen könne daraus nur geschlussfolgert werden: „Nur friedlicher Widerstand kann eine heilvolle Perspektive erstreiten.“

Margrit Klatte schloss mit einer Bitte an die anwesenden Konferenzteilnehmerinnen: „Bleiben Sie Dialogpartnerinnen für jede und jeden. Geben Sie weiter, was Ihnen durch Glaube bzw. Kultur mitgegeben ist. Wirken Sie für einen Geist des kritischen Beisammenbleibens – mit der Erfahrung von 2000 Jahren Glaubensgeschichte und mit der Erfahrung der Friedlichen Revolution, die in vielen von uns noch lebendig ist.“

Zur Frauenkonferenz:
Unter dem Thema „Demokratie braucht Dialog“ erinnert die Frauenarbeit der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS) auf ihrer Frauenkonferenz 2021 an die Themen des ersten deutsch-deutschen Frauenkongresses 1990 und setzt sich mit ihnen aus aktueller Perspektive auseinander. Eingeladen sind ehrenamtlich engagierte und interessierte Frauen.

Zur Frauenarbeit:
Die Frauenarbeit der EVLKS ist ein Werk der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Sie stärkt Frauen in ihrem Engagement in Kirche und Gesellschaft durch konkrete Bildungsangebote in den Bereichen religiöse und theologische Bildung sowie politische und gesundheitliche Bildung. Im Kontext ihres Selbstverständnisses setzt sich die Frauenarbeit der EVLKS für Geschlechtergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft ein und engagiert sich über die Landeskirche hinaus für soziale und politische Fragestellungen aus Frauenperspektive. 

Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte

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