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15. März 2020

Kleinolbersdorfer Kirche mit so viel Besuchern wie noch nie

CHEMNITZ – Mit einem Livestream-Gottesdienst am Sonntag, 15. März, aus der Kirche von Kleinolbersdorf bei Chemnitz reagierte die sächsische Landeskirche auf die am Tag zuvor von ihr erfolgte Bitte zur Absage aller Gottesdienste in der Landeskirche. Grund dafür ist die Ausbreitung des Coronavirus und der damit verbundenen Warnungen und Vorgaben staatlicher Stellen bezogen auf Veranstaltungen. Auch die Kirche müsse nun verantwortlich handeln und alles tun, um die schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Im Sonntagsgottesdienst begrüßte der  Ortspfarrer Daniel Förster die Gemeinde im digitalen Raum, die aus bis zu 1.200 Zuschauern bestand. Im Internet konnte der Gottesdienstverlauf anhand eines Ablaufs und zugleich per Livestream zwischen 11:00 und 12:00 Uhr verfolgt werden.

An diesem, erst am Freitag entschiedenen, Livestream-Gottesdienst wirkte auch der neu gewählte Landesbischof Tobias Bilz mit, der seine erste Predigt im Bischofsamt nun auf diese Weise in aller Öffentlichkeit hielt. In einer Ansprache zur aktuellen Situation verwies er darauf, dass in dieser besonderen Zeit Gemeinschaft in neuen Formaten gelebt und erlebt werden könne. So schmerzlich das Absagen des Gottesdienstes für die Gemeinde sei, so ermögliche es vielleicht neue und kreative Idee, wie man als Gemeinde zusammenkommen und persönlich den Glauben leben könne.

In seiner Predigt sprach der Landesbischof am 3. Sonntag der Passionszeit (Okuli) über die Nachfolge Jesu und was sie damals und heute für die Menschen bedeute. Er appellierte an die Christen, von ihrem Glauben und von dem, was sie vom Reich Gottes verstanden hätten, zu reden. Das könnten Erfahrungen aus der eigenen Spiritualität, aus der Bereitschaft tätig zu helfen oder aus der Musik und dem Singen sein.

Sprachlosigkeit sei die Sache des Glaubens nicht. Der Glaube könne eine Herausforderung sein Dinge zu tun, die man sonst nicht mache. Hier zähle häufig der Augenblick, wo es kein Zögern geben dürfe. Verschieben heiße häufig vergessen, sagte Bilz. Jesu Ruf folgen, bedeute, „nach vorne zu sehen und Hoffnung zu haben“.

Diese Haltung konnte man auch im Gottesdienst spüren, der - von einigen Betern und Sängern sowie vom Kantor unterstützt - als normaler, nicht in allem perfekter Gemeindegottesdienst Menschen erreicht und berührt hat. Neben diesem Format kamen die Hörfunk- und Fernsehgottesdienste an diesem Sonntag besonders in den Blick, die wohl gerade in den nächsten Wochen von noch mehr Menschen gesehen werden.

Zum Livestream nach Kleinolbersdorf

Landesbischof Tobias Bilz in Kleinolbersdorfer Kirche

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