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Brot für die Welt beim 25. Weltklimagipfel in Madrid


29. November 2019

Opfer des Klimawandels brauchen internationale Unterstützung 

BERLIN - Vom 2.-13. Dezember 2019 findet der 25. Weltklimagipfel (COP25) der Vereinten Nationen in der spanischen Hauptstadt Madrid statt. Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin von Brot für die Welt, sagt im Vorfeld: „Die ärmsten Menschen, die den Klimawandel nicht verursacht haben, tragen seine gigantischen Kosten. Bereits jetzt verursacht der Klimawandel 3 Milliarden Dollar an Schäden jährlich, Tendenz steigend. Arme Länder und Menschen im Süden ohne irgendwelche Reserven können damit aus eigener Kraft unmöglich fertig werden. Mit Mitteln für die humanitäre Hilfe ist wenig auszurichten, denn sie reichen jetzt schon nicht aus, um die Folgen von Kriegen und Naturkatastrophen zu bewältigen. Zusätzliche internationale Finanzzusagen sind deshalb unbedingt erforderlich.“  

Die finanzielle Unterstützung bei klimabedingten Schäden und Verlusten steht in Madrid erstmals weit oben auf der Verhandlungsagenda. Für die ärmsten Staaten ist dieser Klimagipfel deshalb von größter Bedeutung.  Die Folgen des Klimawandels entziehen immer mehr Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika die Lebensgrundlage und Bleibeperspektive in ihrer Heimat. Jährlich treibt der Klimawandel zusätzliche 26 Millionen Menschen in Armut, so die Weltbank. Entwicklungsfortschritte von Jahrzehnten werden so zunichtegemacht. Der Zyklon Bulbul etwa hat in Indien und Bangladesch über zwei Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Die Überschwemmungen im Südsudan, für deren verheerende Auswirkungen 61,5 Millionen US-Dollar Nothilfe angefordert wurden, belegen die Verletzlichkeit der ärmsten Menschen gegenüber den jüngsten klimatischen Extremereignissen. 

Cornelia Füllkrug-Weitzel: „Neue Finanzquellen müssen erschlossen werden. Wenn den ärmsten Staaten nur Kredite angeboten werden, um mit den Folgen des Klimawandels fertig zu werden, droht ihnen eine massive Verschuldung. Im schlimmsten Fall folgt daraus eine permanente humanitäre Krise.“ Obwohl die G20-Staaten für 80 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sind, ist laut dem Brown-to-Green-Report 2019 noch kein Land der G20 auf Kurs, um das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens einzuhalten. „Klimagerechtigkeit würde bedeuten, dass die Staaten für die Schäden Verantwortung übernehmen, die sie verursachen,“ so Füllkrug-Weitzel.  

Die Industrieländer haben bisher abgelehnt, über Mittel zur Bewältigung klimabedingter Schäden und Verluste auch nur zu verhandeln. Während der COP25 wird die bisherige Arbeit des Internationalen Warschau Mechanismus für klimabedingte Schäden und Verluste überprüft. „Die Arbeitsgruppe hat gute Arbeit geleistet, aber bisher keine Bereitstellung von Klimafinanzierung ermöglicht“, so Sabine Minninger, Referentin für Klimapolitik bei Brot für die Welt. „De facto haben die langjährigen Klimaverhandlungen noch keinem Menschen, der von Schäden in Folge des Klimawandels betroffen ist, wieder auf die Beine geholfen.“ Gerade die ärmsten und verletzlichsten Staaten sehen in der Überprüfung des Internationalen Warschau Mechanismus für klimabedingte Schäden und Verluste die Möglichkeit, auch über finanzielle Unterstützung zu reden. „Diese Forderung unterstützen wir und fordern die Bundesregierung auf, sich gegenüber den Blockierern aus den Reihen der Industrieländer aktiv für die Hilfe für die ärmsten Staaten einzusetzen“, sagt Füllkrug-Weitzel. 

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