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Besuch aus Dresden in Prager Kirchenkanzlei


22. Januar 2019

Stadtführung zu Orten des Gedenkens und der Demokratiebewegung

DRESDEN | Prag – Bei einem Besuch in Prag überbrachte am 21. Januar eine kleine Mitarbeiterdelegation des Evangelisch-Lutherischen Landeskirchenamt Sachsens den Kollegen in der Prager Kirchenkanzlei Neujahrsgrüße und sie informierten sich über die derzeitige Situation der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) in Tschechien. Der dortige Ökumene-Referent Oliver Engelhardt die Dresdner Gäste, unter ihnen Oberkirchenrat Friedemann Oehme, Referent für ökumenische Beziehungen. Die Besuche aus Dresden und die Gegenbesuche aus Prag finden normalerweise in der Adventszeit statt und haben bereits eine längere Tradition.

In einer anschließenden Runde mit über 20 Mitarbeitern der Prager Kirchenkanzlei berichtete Generalsekretär Jaromír Plíšek, Präsident des Kirchenamtes, über die derzeitige gesellschaftspolitische Lage in Tschechien sowie über strukturelle Überlegung zur Gemeindeentwicklung der Kirche. Trotz einer längeren Übergangszeit von laufenden staatlichen Zahlungen als Abfindung der Kirchen, müsse die EKBB Sorge dafür treffen, die Finanzierung kirchlicher Arbeit zu sichern, so Plíšek. Die Gastgeber berichteten über das zurückliegende Jubiläumsjahr und die Veranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen der EKBB. Sie entstand 1918 aus der Vereinigung der evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses und der Kirche Helvetischen Bekenntnisses.

Der Dresdner Ökumene-Referent Friedemann Oehme verwies auf die gut 25-jährige Geschichte des Kontakts zwischen Mitarbeitenden beider Kirchenämter in den Nachbarregionen. Er hob die jährlichen Begegnungen hervor, die im Wechsel entweder in Tschechien oder in Sachsen stattfinden. So gab es zudem Wochenendbegegnungen in beiden Ländern, bei denen thematisch gearbeitet wurde. Die Partnerschaft zwischen Mitarbeitenden entsprechender zentraler Kirchenämter dürfte in Deutschland einmalig sein. Dieser Kontakt ergänzt jene Partnerschaften, die auch im Laufe der Zeit zwischen einzelnen Gemeinden entstanden sind.

Nach der freundlichen Runde im Kirchenamt übernahm die sächsische Pfarrerin Elisabeth Veronika Förster-Blume eine Führung durch die Prager Altstadt. Unter anderem zeigte sie die Kirche „Martin in der Mauer“, an der sie eine EKD-Pfarrstelle für die Deutsche Gemeinde in Prag innehat. Sie berichtete über die sehr bunt zusammengesetzte evangelische Gemeinde, die durch eine starke Fluktuation gekennzeichnet ist. Außerdem sei die Kirche ein beliebter Ort für ein zunehmendes  touristisches Interesse.

So wie in Gesprächen die derzeitige europakritische Stimmung in den populistischen Bewegungen in den europäischen Nachbarländern diskutiert wurde, blieb auch die Geschichte nicht ausgespart. Neben den Plätzen der „samtenen Revolution“ mit Václav Havel an der Spitze, erinnerte ein Blumen- und Kerzenmeer auf dem Wenzels Platz an die Selbstverbrennung des evangelischen Philosophie-Studenten Jan Palach am 19. Januar 1969, also vor genau 50 Jahren. Er protestierte damit gegen die Niederschlagung des Prager Frühlings ein halbes Jahr zuvor sowie gegen die sich einstellende Apathie der Bevölkerung. Am letzten Mittwoch, 16. Januar, versammelten sich Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen in der Tschechischen Republik und der Tschechischen Bischofskonferenz am oberen Teil des Wenzel Platzes zu einem Ökumenischen Gedenken mit gemeinsamen Gebet.

Gesprächsrunde in der Zentralen Kirchenkanzlei
Gleichstellungsbeauftragte Kathrin Wallrabe aus Dresden im Gespräch mit Oliver Engelhardt, Prag
Kirche "Martin in der Mauer" in Prag

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