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80. Geburtstag von Landesbischof i.R. Volker Kreß


23. Juli 2019

Sein Herz schlug für lebendige Gemeindearbeit vor Ort

DRESDEN - Landesbischof i.R. Volker Kreß begeht am 25. Juli in Dresden seinen 80. Geburtstag. Vor seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Juni 2004 war er zehn Jahre Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und seit 1997 stellvertretender Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

In seiner Amtszeit fiel ihm als Vorsitzenden der Kirchenleitung u.a. die Aufgabe zu, nach der Friedlichen Revolution die strukturellen Anpassungen in der Kirche mitzugestalten und gleichzeitig zwischen unterschiedlichen Positionen zu vermitteln.

Kreß begleitete in seinem Bischofsamt als Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Frauenkirche engagiert die maßgeblichen Etappen des Wiederaufbaus der Dresdner Frauenkirche.

Würdigung seines Dienstes

Der damalige Dezernent für theologische Grundsatzfragen, Oberlandeskirchenrat i.R. Dr. Christoph Münchow, würdigt ihn als Prediger und Seelsorger: „Die Freude am Predigen als Ermutigung und die verständnisvolle und aufmerksame  Zuwendung  zu den Menschen bildeten die Mitte seines Dienstes als  Landesbischof in einer Zeit tiefreichender Umbrüche“.
Vorausschauend auf künftige Entwicklungen habe sein Herz für lebendige Gemeindearbeit vor Ort geschlagen, mit einem zugleich kritischen und realistischen Blick darauf, was die Kirche ihrem Auftrag getreu leisten müsse und sich leisten könne, so Dr. Münchow, der auch Vertreter des Landesbischofs war.

Berufung

Volker Kreß wurde in Dresden geboren und absolvierte zunächst eine Lehre zum Industriekaufmann im elterlichen Betrieb in Dresden, bevor er 1962 das Theologiestudium in Leipzig aufnahm. Nach seiner Ordination 1969 wurde ihm die zweite Pfarrstelle im erzgebirgischen Stollberg übertragen, wo er zudem wenig später mit der Jugendarbeit im dortigen Kirchenbezirk betraut wurde.

1973 erfolgte die Berufung durch die Kirchenleitung zum Landesjugendpfarrer. Von 1979 bis 1989 war Kreß Superintendent im Kirchenbezirk Bautzen, gleichzeitig ab 1984 Mitglied der Landessynode und seit 1985 synodales Mitglied der Kirchenleitung.

1989 wechselte Kreß ins Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsens und wurde zum Oberkirchenrat (später Oberlandeskirchenrat) berufen. Als Dezernent war er für den Chemnitzer Bereich zuständig sowie für die Kinder- und Jugendarbeit sowie für politische Grundsatzfragen. Zeitweilig in der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR, war Kreß seit dem Zusammenschluss der östlichen evangelischen Kirchen mit der EKD bis zu seiner Berufung in das Bischofsamt Mitglied der Synode der EKD.

Im Dezember 1993 wählte ihn die Landessynode zum 6. sächsischen Landesbischof. Das Amt trat er im April 1994 an. Nach zehn Jahren als Landesbischof folgten ihm 2004 Jochen Bohl und 2015 Dr. Carsten Rentzing im Bischofsamt. Die feierlichen Einführungsgottesdienste fanden in der Dresdner Kreuzkirche statt.

Prägung

Die Kindheit von Volker Kreß in Dresden war vom Krieg und seinen Auswirkungen in der Familie geprägt, bis hin zum eigenen Erleben der schrecklichen Bombennacht in Dresden. Seine Entscheidung für das Theologiestudium war über die Liebe zur Musik und über das Erleben der Frömmigkeit im Erzgebirge gewachsen. So wurde er Theologe mit Leib und Seele, mit allen seinen Kräften und Gaben. Nach seinem Ruhestand vor 15 Jahren predigte Landesbischof i.R. Kreß noch regelmäßig in der Kirche des kleinen Ortes Maxen bei Pirna, wo er kurz nach Kriegsende evakuiert war.

  • Kreß, Volker: „Wenn der Herr nicht das Haus baut… Frauenkirchen-Predigten“. Evangelische Verlagsanstalt GmbH Leipzig 2005
Volker Kreß
Vor der gottesdienstlichen Feier am 22. Juni 2004, als Turmhaube und Kreuz mit einem Spezialkran aufgesetzt wurden. Ein Ehrengast der Zeremonie war der Herzog von Kent, der Präsident des "Dresden Trust", der in England für den Wiederaufbau gesammelt und auch die Nachbildung des Kuppelkreuzes finanziert hat.

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