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24. Nachtcafé-Saison startete am 1. November


05. November 2018

Ökumenische Initiative als Schutz vor Kälte und Erfrierung

 DRESDEN – Der Anlaufpunkt für Menschen in Not öffnete in Dresden an sieben kirchlichen Orten die 24. Nachtcafé-Saison für die Wintermonate. Es werden weiterhin Ehrenamtliche für Frühschichten gesucht.

Seit 1994 organisieren christliche Kirchgemeinden der Stadt Dresden  über konfessionelle Grenzen hinweg im Winterhalbjahr die „Nachtcafés“. Wohnungslose Menschen – egal welcher Herkunft – erhalten auch in der kommenden Saison dort vom 1. November bis Sonntag 31. März 2019 eine Ruhemöglichkeit für die Nacht. Sie, wie auch bedürftige oder einsame Gäste aus der Nachbarschaft, können gemeinsam essen und sich austauschen.

Ab 20:00 bis 23:00 Uhr werden die Gäste täglich hereingelassen. Im Nachtcafé-Koordinierungskreis besteht der Konsens, allen Menschen in ihrer Not beizustehen – unabhängig von ihrer Nationalität und ganz in Anlehnung an einen Bibelvers im Neuen Testament (Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Matthäus 25, 35). Die Hausordnung existiert deshalb in verschiedenen Sprachen.

Durch einen Beschluss des Dresdner Stadtrates gab es für die Nachtcafés inzwischen eine einmalige Sonderzuweisung von insgesamt 80.000 Euro. Das Geld wurde dringend benötigt, um Erneuerungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen. Nun endlich können zum Beispiel Sanitäranlagen auf neuen Stand gebracht, Waschmaschinen, Kühlschränke oder dringend benötigtes Geschirr neu gekauft werden.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten sind insgesamt jährlich über 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in den einzelnen Gemeinden im Einsatz. Inzwischen ist ein Generationenwechsel zu beobachten. Hoch betagte Helferinnen und Helfer müssen kürzer treten. Besonders für die sogenannte Zweite Schicht zwischen 6:00 und 8:30 Uhr werden an allen Orten Ehrenamtliche gesucht. Sie bereiten das Frühstück vor und räumen auf, wenn die Nachtcafé-Gäste in den Tag starten. Interessentinnen und Interessenten können sich per E-Mail an adriana.teuber@diakonie-dresden.de wenden.

An den Abenden im Nachtcafé finden Begegnungen und Gespräche mit anderen Besuchern und den ehrenamtlichen Helfern statt. Daneben erhalten sie Getränke, eine warme Mahlzeit und ein gemeinsames Frühstück. Die Wohnungslosen haben dort zudem die Möglichkeit, zu duschen und  ihre Wäsche zu waschen und trocknen zu lassen. Für alles zahlen die Besucher pro Nacht einen symbolischen Euro. Außerdem können sie soweit wie möglich helfen, etwa beim Tisch decken oder Saubermachen.

Für die Nachtcafés werden immer wieder Spenden benötigt:

Spendenkonto: Diakonie-Stadtmission Dresden
BIC: GENO DE D1 DKD
IBAN: DE29350601900160160160
Verwendungszweck: Nachtcafé

Geöffnet haben:

  • Montag: Dreikönigskirche (Hintereingang), Hauptstraße 23, Tel. 0351 8985130
  • Dienstag: Christophoruskirche Dresden-Laubegast, Hermann-Seidel-Str. 3, Tel. 0351 2515332
  • Mittwoch: Kath. Pfarrei Heilige Familie, Meußlitzer Straße 108, Tel: 2013235
  • Donnerstag: Ev. Gemeindehaus Loschwitz / Nähe Körnerplatz, Grundstr. 36,Tel: 2150050
  • Freitag: Ev. Zionskirche / Nähe Nürnberger Ei. Bayreuther Str. 28, Tel: 4717060
  • Sonnabend: Evangelisch-Methodistische Kirchgemeinde »Immanuel« in Dresden Cotta, Hühndorfer Str. 22
  • Sonntag: Kath. Pfarrei St. Petrus / Nähe Pit-Stop; Dohnaer Str. 53, Tel: 270390

 

Hintergrund:

Der Gedanke eines „Nachtcafés“ entstand vor ca. 25 Jahren in einer Gruppe von Studierenden der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden. Die Studierenden beschäftigten sich mit Wohnungslosigkeit und wollten ein niedrigschwelliges Angebot für Wohnungslose als Schutz vor Kälte und Erfrierung in Dresden schaffen. Am 6. November 1995 öffnete das erste Nachtcafé in der Dreikönigskirche Dresden. Im Jahr darauf beteiligten sich bereits drei weitere Kirchgemeinden. In dieser Kontinuität ist das Angebot bundesweit einmalig und wurde u.a. mit dem Ökumenepreis des Katholikentags geehrt.

Bild: Kalte Händen halten eine warme Tasse

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