Mitteilung
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Handreichung zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen erschienen
27. Januar 2026
DRESDEN - Was können Friedhöfe für die Gesellschaft leisten dort, wo sie nicht mehr primär als Friedhof genutzt werden? Und was braucht es um solche Flächen gut weiterentwickeln zu können?
Zum Abschluss einer dreijährigen Projektarbeit in Partnerschaft mit der Landeshauptstadt Dresden hat der Verband der Annenfriedhöfe Dresden eine umfangreiche Handreichung veröffentlicht - basierend auf eigenen Erfahrungen aus dem Projekt sowie überregionalen Erkenntnissen und Best-Practice-Beispielen. Die "Handreichung zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen" kann kostenlos auf der Internetseite des Verbandes der Annenfriedhöfe heruntergeladen werden:
Das Projekt war unter dem Namen "Vom Parkfriedhof zum Friedhofspark" eines von sechs Modellprojekten im Forschungsvorhaben "Green Urban Labs II" des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Das Forschungsvorhaben befasste sich mit Fragen der Neuerschließung und Weiterentwicklung von Grünräumen - vor allem im Kontext zunehmend dichter bebauter Innenstädte.
Die Landeshauptstadt Dresden bewarb sich gemeinsam mit der Friedhofsverwaltung des Neuen Annenfriedhofs - und wurde als Modellprojekt ausgewählt. Eine Teilfläche des Friedhofs, der Bereich "Friede und Hoffnung", ist bereits seit den 1990er-Jahren beschränkt geschlossen. Der Neue Annenfriedhof wird zugleich intensiv als größte Grünanlage im Stadtteil Dresden-Löbtau auch für Naherholungszwecke genutzt. Im Friedhofsentwicklungskonzept der Landeshauptstadt Dresden wurde daher bereits 2018 vorgeschlagen Teile des Neuen Annenfriedhofs zum ruhigen Stadtteilpark umzugestalten und ein Friedhofscafé einzurichten.
Für das Finden von Lösungsstrategien zur Weiterentwicklung solcher Flächen auf Friedhöfen wurden Fördermittel bereit gestellt. Diese ermöglichten eine Vielzahl an Untersuchungen, Beteiligungsveranstaltungen und die Beauftragung von Planungsbüros. Auch TU und HTW Dresden brachten sich mit vielfältigen Studierendenprojekten in den Prozess ein und stellten wichtige Weichen. Eine wichtige Rolle spielte bei der Projektarbeit das Einbeziehen möglichst vieler Aspekte der Fläche in die Entwicklungsplanung. Naherholungsbedarf, stadtklimatische Eigenschaften, Artenschutzbelange und Begegnungsangebote sowie Denkmalschutzcharakter, Geschichte, Kunst und kulturelle Angebote sollten bei der Planung miteinander in Einklang gebracht werden. Auch die besondere Partnerschaft zwischen Kommune und konfessionellem Friedhofsträger spielte eine wichtige Rolle.
Im Ergebnis steht ein Entwurf für die Aufwertung des Friedhofsbereichs und für den Umbau eines Gebäudes zum Friedhofscafé. Die Planungen werden nun zur Freude aller Beteiligten über EFRE-Fördermittel realisiert - bereits bis Ende 2027. Der Friedhofsträger soll künftig für die Pflege des Bereichs eine Aufwandsentschädigung erhalten. Ebenso wesentlich wie die konkreten Ergebnisse vor Ort, war jedoch das Sammeln von Erfahrungen, die auch anderen Friedhofsträgern und Kommunen helfen sollen ein solches Projekt oder einzelne Bausteine anzugehen. Dazu soll die "Handreichung zum Umgang mit Friedhofsfreiflächen" einen Beitrag leisten.
In Zusammenhang mit dem Projekt ist auch seitens des BBSR eine Abschlusspublikation sowie die Kurzstudie "Friedhöfe als Teil der grünen Infrastruktur" entstanden.