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Gemeinsame Ausbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern in Sachsen und Bayern gestartet


02. September 2025

DRESDEN - Zehn junge Theologinnen und Theologen haben am 1. September 2025 ihr Vikariat in der sächsischen Landeskirche begonnen.

Nach einem Einführungstag in Leipzig wurden die zwei Vikarinnen und acht Vikare in einem Gottesdienst in der Leipziger Peterskirche in das Vikariat eingeführt. Unter Beteiligung ihrer Mentorinnen, Mentoren und weiterer für die Ausbildung verantwortlicher Personen erhielten sie den Segen für den nun beginnenden praktischen Ausbildungsabschnitt.

Der aktuell beginnende Vikarskurs ist etwas Besonderes: Es ist der erste Kurs, der in der Ausbildungskooperation mit der Bayerischen Landeskirche in einem neuen modularen Ausbildungskonzept stattfindet. Im Evangelischen Studienseminar für Pfarrausbildung (ESP) werden künftig mit Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler und Pfarrer Stefan Günther zwei sächsische Theologen an der Ausbildung beteiligt sein. Verantwortlich sind sie u.a. für die zentralen und landeskirchlichen Ausbildungseinheiten sowie für die Begleitung und Fortbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer in den ersten Dienstjahren (Probedienst). Dr. Nikola Schmutzler und Stefan Günther wurden ebenfalls am 1. September 2025 in der Peterskirche in Leipzig in ihren Dienst eingeführt.

Feierlicher Beginn der Ausbildungskooperation

Der Beginn der gemeinsamen Ausbildung wird mit einem Gottesdienst am 8. September 2025 um 14:00 Uhr in der LUX Junge Kirche in Nürnberg gefeiert. In diesem Gottesdienst wird auch die neue Rektorin des Evangelischen Studienseminars für Pfarrausbildung, Pfarrerin Dr. Miriam Groß, in ihr Amt eingeführt und die neuen sächsischen Studienleitenden begrüßt. Aus der sächsischen Landeskirche werden Oberlandeskirchenrätin Margrit Klatte sowie die Ausbildungsreferentin Dr. Astrid Reglitz an dem Gottesdienst mitwirken und u.a. Synodalpräsidentin Bettina Westfeld, Superintendentin Ulrike Weyer, Pfarrerin Johanna Fabel (Leiterin des TPI Moritzburg) und Pfarrer Christian Schubert von der Sächsischen Pfarrervertretung teilnehmen.

Hintergrund: Vikariat

Das Vikariat als zweite Ausbildungsphase für den Pfarrberuf schließt an das Studium und das erste theologische Examen an. Im Vikariat (auch Vorbereitungsdienst genannt) werden Theorie und Praxis des Pfarrberufes miteinander verbunden. Über zwei Jahre werden die Vikarinnen und Vikare in mehreren Praxisstationen und Ausbildungskursen auf den Pfarrdienst vorbereitet.

Mit der Neukonzeption des Vikariats entspricht die Ausbildung den neusten pädagogischen Erkenntnissen.  Kirchliche und gesellschaftliche Entwicklungen und die veränderten Bedingungen des Pfarrdienstes werden aufgegriffen und finden in der Ausbildung Berücksichtigung. Im Miteinander der kirchlichen Berufsgruppen, durch regionale Vernetzung und Schwerpunktsetzung und in der Arbeit an einem klar erkennbaren spirituellen und persönlichen Profil bereiten sich Vikarinnen und Vikare auf den Pfarrberuf vor. Durch praktisches Tun, Trainings und Reflexion erwerben sie Kompetenzen dafür, den Pfarrberuf in verschiedenen Kontexten auszuüben. Das gesamte Vikariat basiert auf einer Feedforward-Kultur, durch die den Vikarinnen und Vikare von Beginn an deutlich wird, wo Entwicklungsaufgaben liegen.

Das Vikariat in der Praxis

Das neue Vikariat nimmt den Sozialraum in den Blick. Die Verkündigung des Evangeliums findet an vielen Orten statt - nicht nur in der klassischen Gemeinde, sondern auch an anderen Orten: Kindergarten, Schule, Diakonie, Sonderseelsorge in Alten- und Pflegeheim, Krankenhaus und sogar Gefängnis sowie weiteren Schnittstellen zwischen Kirche und Gesellschaft. Deshalb findet die Ausbildung im Vikariat nicht mehr nur (wie bisher) in einer Ausbildungsgemeinde statt, sondern an den vielen kirchlichen Orten in einer Ausbildungsregion. Kirche vor Ort ist, je nach Region, unterschiedlich in ihrer Vielfalt und Vernetzung. Die Ausbildung zum Pfarrer oder zur Pfarrerin soll theologische Leitungs- und Gestaltungskompetenz sowie Rollenkompetenz innerhalb eines solchen Netzwerks stärken. In allen Modulen wird entsprechend in unterschiedlichen Formaten innerkirchliche, sozialräumliche und ökumenische Kooperation eingeübt. Die beiden Ausbildungsjahre sind dabei in Module gegliedert, in denen jeweils einzelne Handlungsfelder (Verkündigung, Seelsorge, Bildung und Leitungshandeln) schwerpunktmäßig in den Blick genommen werden. Am Ende der Module stehen Modulabschlussprüfungen, die in Summe das bisherige 2. Theologische Examen ersetzen.

Zur Ausbildungskooperation mit Bayern

Die Kooperationsvereinbarung zur gemeinsamen Ausbildung im Vikariat ab 2025 hatten die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens (EVLKS) und die Evangelische-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) im Oktober 2023 beschlossen. 

Geplant ist, dass die sächsischen Vikarinnen und Vikare in drei Modulen zentrale Ausbildungseinheiten gemeinsam mit ihren bayerischen Kolleginnen und Kollegen absolvieren. Die Ausbildungseinheiten werden vom Evangelischen Seminar für Pfarrausbildung der ELKB verantwortet. Das pädagogische Modul wird in Verantwortung des Theologisch-Pädagogischen Institutes Moritzburg durchgeführt. Die Kirchenrechts- und Verwaltungsausbildung sowie weitere landeskirchliche Reflexions- und Studientage werden von der landeskirchlichen Studienleitung verantwortet. In den Ausbildungsregionen werden die Vikarinnen und Vikare von Hauptmentoren und, je nach Modul, von weiteren Fachmentoren (u.a. aus den Bereichen Schule, Gemeindepädagogik und Seelsorge) begleitet.

Pressemitteilung zur Kooperationsvereinbarung

v.l.n.r.: Pfarrer Stefan Günther, Esther Herrmann, Hanjo Lenort, Theresa Landmann, Stefan Kämpf, Arthur Händel, Tobias Haueis, Benjamin Schneeweiß, Dr. Philipp Schulz-Mews, Lukas Tischendorf, Konstantin Vogel, OLKRn Margrit Klatte, Rektor Thilo Mahn, Pfarrerin Dr. Nikola Schmutzler

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