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Gebete für die Einheit der Christen


09. Januar 2023

Allianzgebetswoche, Ökumenische Gebetswoche und Bibelwoche

DRESDEN - Mit Beginn des neuen Jahres und bis in die Passionszeit hinein befassen sich Christen unterschiedlicher Konfession verstärkt mit der Bibel und dem Gebet. Auch in sächsischen Kirchgemeinden prägen Gebets- und Bibelwochen die Zeit bis zum Osterfest. Vom 8. bis 15. Januar 2023 findet die internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz (EA) statt (Allianzgebetswoche).

Auch in diesem Jahr wurde empfohlen, die Gebetswoche auf 14 Tage auszudehnen, beginnend mit der Allianzgebetswoche (AGW), der sich die Gebetswoche für die Einheit der Christen anschließt. In der zeitlichen Mitte der beiden Gebetswochen sollte ein Zeichen der Verbundenheit im gemeinsamen Gebet um die Einheit der Christen stehen.

In zahlreichen Gemeinden der Landeskirche, des Gemeinschaftsverbandes und der Freikirchen wird zu gemeinsamen, meist im räumlichen Wechsel, täglichen Abendveranstaltungen eingeladen. Eine Textvorlage der Evangelischen Allianz wurde für dieses Jahr in der Schweiz erarbeitet. Die Gebetswoche steht unter dem Thema ‚Joy – «damit meine Freude sie ganz erfüllt»‘ und wird am 15. Januar häufig mit einem Abendmahlsgottesdienst abgeschlossen.

In Leipzig wurde in der Nikolaikirche mit dem Friedensgebet am Montag die Gebetswoche eröffnet. Die Abendveranstaltungen in verschiedenen christlichen Gemeinden der Messestadt finden am Sonntag, 15. Januar, um 17:00 Uhr, im Pavillon der Hoffnung (Puschstr. 9; Alte Messe, Halle 14) ihren Abschluss. Bei allen Treffen dieser Woche werden Spenden für die Arbeit der Deutschen Evangelischen Allianz und für die Arbeit mit Kindern in Leipzig-Grünau, für die Grünauer Oase, gesammelt.

1846 trafen sich vom 19. August bis 2. September in London bei einer Weltkonferenz 921 leitende Christen aus 52 verschiedenen kirchlichen Gemeinschaften europäischer Staaten und Amerika. Sie setzten mit dieser Konferenz ein Gegengewicht zu zunehmenden Kirchen- und Gemeindespaltungen. Die weltweite Evangelische Allianz, der heute 143 nationale und sieben kontinentale Allianzen angehören - davon 35 in Europa als Mitglieder der Europäischen Evangelischen Allianz - ist somit die allen später folgenden ökumenischen Bewegungen vorausgegangene Einigungsbewegung. 1846 wurde die Evangelische Allianz als das erste interkonfessionelle und weltweite Einigungswerk gegründet.

Zum Ende der Allianzgebetswoche beginnt die Ökumenische Gebetswoche für die Einheit der Christen, die auf eine über 100-jährige Geschichte zurückschaut. Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird weltweit jedes Jahr vom 18. bis 25. Januar oder zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gefeiert. Die Texte für die Gebetswoche für die Einheit der Christen 2023 kommen aus Minnesota (USA).

Das Thema «Lernt, Gutes zu tun! Sucht das Recht! Schreitet ein gegen den Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen!» bezieht sich auf einen Vers bei Jesaja, 1,17.  Der Prophet lehrte, dass Gott Recht und Gerechtigkeit von uns allen verlangt, und zwar zu jeder Zeit und in allen Bereichen des Lebens. Unsere heutige Welt spiegelt in vielerlei Hinsicht die Herausforderungen der Spaltung wider, denen Jesaja mit seiner Botschaft entgegentrat.

Für das Vorbereitungsteam in Minnesota entspringen „Gerechtigkeit, Recht und Einheit aus Gottes tiefer Liebe zu jedem von uns; sie sind im Wesen Gottes selbst verwurzelt und sollen nach Gottes Willen auch unseren Umgang miteinander bestimmen. Gottes Verheißung, eine neue Menschheit «aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen» (Offb 7,9) zu schaffen, ruft uns zu dem Frieden und der Einheit auf, die Gott seit Anbeginn für die Schöpfung will.“ Auch heute würden sich Trennung und Unterdrückung darin zeigen, wenn einer einzelnen Gruppe oder Klasse Privilegien gegenüber anderen eingeräumt würden.

Die Ökumenische Bibelwoche hat zwar keinen festen Termin, aber häufig wird der Ökumenische Bibelsonntag, in diesem Jahr am 29. Januar, in den Gemeinden zum Anlass genommen, sieben Themenabende gestalten. Unter dem Motto „Apostelgeschichte - Kirche träumen“ lassen sich die Veranstaltungen von der Apostelgeschichte inspirieren. In sieben Texten aus der Apostelgeschichte geht die Bibelwoche den Fragen über das Zusammenleben in der Gemeinde nach: Wie können Konflikte und Herausforderungen einmütig gelöst werden? Wie können wir wachsen? Und rechnen wir eigentlich noch mit Wundern?

Dabei treten brennend aktuelle Fragen an die Texte der Apostelgeschichte heran: Wie gehen wir mit Hierarchien in der Kirche um? Wie verhindern wir Machtmissbrauch und überwinden latenten Rassismus? Wie gehen wir mit Enttäuschung, Entmutigung und Frustration um? Und wie kommt der Heilige Geist bei uns wieder ins Spiel? Das Vorbereitungsmaterial „Texte zur Bibel“ richtet die Aufmerksamkeit auch auf weitere aktuelle gesellschaftlich relevante Diskurse, wenn es etwa um den postkolonialen Blickwinkel geht oder um Gender-Gerechtigkeit.

Die Bibelwoche entstand bereits in den 1930er Jahren und ist eine der ältesten Traditionen der Bibellesebewegung im deutschsprachigen Raum. An sieben Abenden einer Woche beschäftigten sich Christen intensiv mit Texten aus einem biblischen Buch. Seit mehr als 50 Jahren beteiligen sich an der ursprünglich evangelischen Initiative auch zahlreiche Gemeinden anderer Konfessionen. Und seit fast 30 Jahren wird die Bibelwoche als Ökumenische Bibelwoche durchgeführt.

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