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Ökumenische FriedensDekade vom 11. bis 21. November 2018

DRESDEN - In sächsischen Kirchgemeinden wird der Beginn der FriedensDekade am Sonntag, 11. November, mit Bittgottesdiensten für den Frieden und Andachten begangen. Während der Friedensdekade laden die Kirchgemeinden täglich in den Abendstunden zu Andachten und Friedensgebeten ein. Insbesondere in Sachsen beteiligen sich viele Gemeinden und Gruppen an dieser Aktion, da sie hier an die kirchliche Friedeninitiative „Schwerter zu Pflugscharen“ anknüpft. 

Zu Beginn der FriedensDekade am 11. November wird ein Wort des Landesbischofs als Kanzelabkündigungmit dessen Eindrücke und Mahnungen zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Lage in allen Kirchen Sachsens verlesen. Die letzte Kanzelabkündigung vom 13. September 2015 hatte die Kirchenleitung initiiert, in der auf die Herausforderungen durch die Flüchtlingsbewegung eingegangen wurde.

Als Abschluss der FriedensDekade feiern die Gemeinden besondere Bittgottesdienste am Buß- und Bettag, der nur noch in Sachsen ein staatlich geschützter arbeitsfreier Feiertag ist. Landesbischof Dr. Carsten Rentzing wird am 21. November in der Dresdner Kreuzkirche predigen. 

In der Dresdner Kreuzkirche werden mit Beginn der FriedensDekade 26 überdimensionale (alternativ: große) bunte Friedensbanner aus Flies hängen. Sie sind jeweils zehn Meter hoch und einen Meter breit. Chemnitzer Kinder und Jugendliche haben sie in den letzten Jahren gestaltet. Sie verarbeiteten darin u.a. Themen wie Krieg, Verfolgung und Flucht, die Ausbeutung unserer Erde, aber auch wie ein Miteinander, Solidarität und Frieden gelingen können. Mit den Bannern einhergehen verschiedene Angebote zur Ökumenischen FriedensDekade in Dresden. Dazu gehören u.a. der "Weg der Erinnerung" am 11. November um 11:00 Uhr (Treffpunkt Kreuzkirche) zu Orten der Verfolgung jüdischer Mitbürger des Novemberpogroms vor 80 Jahren. 

Die Bannergestaltung in der Kreuzkirche hat die Chemnitzer Gruppe "Aktion C" im Zusammenhang mit dem Chemnitzer Friedenstag initiiert. Nachdem die Chemnitzer Innenstadt am 5. März 1945 fast vollständig zerstört wurde, wird dieses Datum dort inzwischen als Tag des würdigen Gedenkens und als Tag des Bekenntnisses zu Demokratie und Toleranz begangen. Seit fünf Jahren hängen die Banner in dieser Zeit in Chemnitz an vielen öffentlichen Plätzen, Einkaufspassagen, Kirchen, dem Rathaus oder Bauzäunen. 

Am 11. November wird in vielen Gottesdiensten auch an das Ende des 1. Weltkriegs vor hundert Jahren und damit an das Ende der mörderischen Schlachten erinnert, in denen Hunderttausende ihr Leben ließen. In zahlreichen Kirchen mahnen seitdem die langen Listen der Gefallenen des jeweiligen Ortes die christliche Gemeinde auch in heutiger Zeit. Aus diesem Gedenken sowie den gegenwärtigen Herausforderungen leitet sich auch das diesjährige Thema der FriedensDekade ab.


 

Zum Thema der diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade:

Mit dem Motto „Krieg 3.0“ möchte der Trägerkreis der Ökumenischen FriedensDekade angesichts der Gefahr der Eskalation vorhandener Konflikte weltweit auf die potenziellen Gefahren eines dritten Weltkriegs aufmerksam machen. Dabei soll die weltweite Aufrüstungsspirale, die sich auch in den Finanzplänen der kommenden Jahre für den Verteidigungshaushalt in Deutschland widerspiegelt, kritisch hinterfragt werden. Zugleich will die FriedensDekade den Fokus auf die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen legen. Ob Drohnen, Roboter oder Slaughterbots: Die Entwicklung unbemannter, eigenständig agierender Killermaschinen ist auf dem Vormarsch, um Kriege – auch in Form von Cyberwars – wieder führbar zu machen.

Geboren wurde die Idee zur FriedensDekade in den Niederlanden. Während des Kalten Krieges in den 1980er Jahren wurde die Idee der Friedenstage deutschlandweit bekannter – besonders in Ostdeutschland. „Schwerter zu Pflugscharen“ war hier das wohl bekannteste Projekt in jener Zeit. Die FriedensDekade hat wesentlich zur Vertiefung des christlichen Friedenszeugnisses beigetragen. 

 

Zuvor Gedenken an Novemberpogrom 1938 in Deutschland

Wie in jedem Jahr steht die Ökumenische FriedensDekade auch immer unter dem Eindruck des Gedenkens an die Reichspogromnacht von 1938. So gedenken an zahlreichen Orten in Sachsen Christen anlässlich des 9. November der Reichspogromnacht vor 80 Jahrenund der damals brennenden Synagogen, geschändeter Friedhöfe und zerstörter Geschäfte und Wohnungen in Fortsetzung der systematischen Judenverfolgung unter der Nazi-Herrschaft. 


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