27. Landessynode - Herbsttagung 2016

Montag, 14. November 2016

Öffentliche Plenarsitzung
Beratung der Vorlage der Kirchenleitung über den Beschluss zur Änderung des Landeskirchensteuerbeschlusses

Bereich

Nach der Andacht und Ausschusssitzungen setzte die Landessynode ihre Beratungen in öffentlicher Sitzung am Montagvormittag fort. In zweiter Lesung wurden das Kirchengesetz zur Änderung des Kirchengesetzes zur Verwendung moderner Übersetzungen der Bibel, das Neunte Kirchengesetz zur Änderung des Landeskirchlichen Versorgungsgesetzes und der Haushalt 2017 beschlossen. Außerdem beschloss die Landessynode die Änderung des Landeskirchensteuerbeschlusses, die aufgrund geänderter gesetzlicher Vorgaben notwendig geworden war.

Im Zusammenhang mit dem Jubiläum der Frauenordination bittet die Landessynode das Landeskirchenamt um Prüfung, inwieweit Theologinnen eine Entschädigung oder ein Ausgleich für die Einbuße bei Pensionen oder Renten gezahlt werden kann, die ihnen in den Jahren bis 1970 durch die deutlich schlechtere Bezahlung gegenüber ihren männlichen Kollegen während ihrer Dienstzeit entstanden ist.

Erklärung zur Praxis des Abendmahls mit Kindern

Weiter beschloss die Landessynode eine Erklärung zur Praxis des Abendmahls mit Kindern in der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens. Darin dankt sie allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern, die an der Erarbeitung der Handreichung für die Gemeindepraxis zum Abendmahl mit Kindern und an der Erstellung des Praxismaterials beteiligt waren. Ebenso dankt sie allen Gemeinden, die sich an der Umfrage zu diesem Thema beteiligt haben. Konkret formuliert die Landessynode dann Bitten und Anregungen an haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende, Kirchgemeinden, Kirchenbezirke und Landeskirche mit der Zielstellung, die Präsenz und Weiterentwicklung des Abendmahls mit Kindern in der Praxis auf vielfältige Weise zu gewährleisten.

Gäste aus Russland auf der Herbsttagung der Synode

Aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER) kamen Pfarrer Ivan Shirokov mit seiner Ehefrau Olga Shirokova aus Jaroslavl nach Dresden. Die 280 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegene Stadt hat eine lutherische Gemeinde, die zur Zentralen Propstei in Moskau gehört. Zu dieser Propstei hat der Kirchenbezirk Dresden Mitte partnerschaftliche Beziehungen, so wie die sächsische Landeskirche eine offizielle Partnerschaft zur ELKER pflegt.

Nach Aussage von Pfarrer Shirokov stehen derzeit für die Gemeinde als besondere Aufgaben an, stärker auf die Jugend und auf junge Erwachsene zuzugehen, als auch das zähe Verfahren der Gebäuderückübertragung umzusetzen. Die Kirche, bevor sie enteignet wurde, ist 170 Jahre alt. Der Prinz von Oldenburg hatte die Kirche 1846 gestiftet und der Ort wurde während der Napoleonischen Zeit für die Oldenburger zum Exil aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen zu den Romanows. Ivan Shirokovs Frau Olga hat deutsche Wurzeln und sie spricht durch viele Fahrten nach Deutschland sehr gut Deutsch und dolmetschte beim Besuch. Sie ist studierte Grundschullehrerin.

Beratungen zu interreligiösem Dialog und weiteren Themen

Die Landessynode folgte einem Vorschlag des Theologischen Ausschusses und beschloss eine Erklärung, in der zu interreligiösen Begegnungen ermutigt wird und theologische Aspekte für diese Begegnungen beschrieben werden.

In der Erklärung wird zunächst festgestellt, dass man in Fragen des interreligiösen Dialogs in Sachsen noch am Anfang stehe. Es werden daher alle Gemeinden, Dienste und Werke zu solchen Begegnungen in der Überzeugung ermutigt, dass diese dem friedlichen Zusammenleben in unserer Gesellschaft dienen. Ebenso wird auf die Bedeutung der unverletzlichen Menschenwürde und der im Grundgesetz garantierten Religionsfreiheit hingewiesen, die Menschen ermöglicht, einen oder auch keinen Glauben zu haben. Es wird jeder Legitimation von Gewalt aus der Religion heraus widersprochen. Weiterhin werden die wesentlichen Glaubensinhalte aufgeführt, die für Christen bei einer interreligiösen Begegnung als Grundlage dienen sollten. Im dritten Teil werden Schlussfolgerungen für die Praxis von interreligiösen Dialogen und Begegnungen beschrieben.

  • Theologische Aspekte der interreligiösen Begegnung

Die Landessynode bat das Landeskirchenamt, gegenüber dem Freistaat Sachsen darauf hinzuwirken, dass die Verwendung von Grabsteinen aus ausbeuterischer Kinderarbeit auf sächsischen Friedhöfen ausgeschlossen werden kann. Dies sollte durch die Schaffung der dafür notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen durch den Freistaat und die Anpassung der Musterfriedhofsordnung für kirchliche Friedhöfe durch das Landeskirchenamt erfolgen. Die Landessynode erbat sich zum Fortgang der Bemühungen einen Bericht im Herbst 2017.

Fortsetzung der Beratungen

Nach der Mittagspause setzte die Landessynode ihre Beratungen zum Thema der Strukturplanungen und dem Papier „Kirche mit Hoffnung“ fort. Eine Reduzierung der Kürzungen im kirchenmusikalischen Bereich wurde mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Die Synode beauftragte den Gemeindeaufbau-, Missions- und Diakonieausschuss damit, Überlegungen zur Ausgestaltung größerer Struktureinheiten und einer missionarischen Schwerpunktsetzung parallel zur Struktur- und Stellenplanung vorzunehmen. In einem weiteren Antrag wird die Kirchenleitung gebeten dafür zu sorgen, dass die Kirchenbezirke bei der Stellenplanung in begrenztem Umfang kirchenmusikalische Stellenanteile in gemeindepädagogische Anteile und umgekehrt umwandeln dürfen. Das Landeskirchenamt wird um Prüfung gebeten, ob innovative missionarische Initiativen unterstützt und dafür personelle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden können. Auch die Kirchenleitung solle innerhalb der künftigen Struktur- und Stellenplanung der missionarischen Arbeit besondere Beachtung schenken. In größeren Struktureinheiten sollte dafür ein Mitarbeiter im Verkündigungsdienst oder Pfarrer besonders beauftragt werden. 

Am Nachmittag fanden noch vier öffentliche Berichterstattungen aus den Ausschüssen statt. Der Bildungs- und Erziehungsausschuss berichtete über seine Arbeit mit dem Perspektivpapier „Wo christlicher Glaube wächst“. Aus dem Sozialethischen Ausschuss wurde über die Planungen zu einem „Ökumenischen Weg“ berichtet, die aus einem gemeinsamen Treffen mit der Evangelischen Jugend Sachsen entstanden sind. Aus dem Gemeindeaufbau-, Missions- und Diakonieausschuss wurde über den 2. Bildungstag für Diakoniebeauftragte und Diakonieausschüsse und über den aktuellen Stand der Gemeindeaufbauprojekte mit Modellcharakter berichtet.

Die Herbstsynode ging am Nachmittag mit einem Schlusswort des Synodalpräsidenten und einer Andacht zu Ende.

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