27. Landessynode - Herbsttagung 2018

Freitag, 16. November 2018

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Andacht und Eröffnung der Herbsttagung, Arbeit in den Ausschüssen

Vor Eröffnung und Beginn der Tagung am Freitagmorgen fand in der Dreikönigskirche eine Andacht mit Abendmahl statt. Die Lohmener Pfarrerin Brigitte Schleinitz rief den Synodalen in ihrer Predigt die Geschichte von Jakob und seinem Traum von der Himmelsleiter in Erinnerung. Mitten in der größten Erschöpfung erfahre er in diesem Traum Gottes Nähe und Stärkung, mitten in der Verzweiflung wecke dieser Traum eine Hoffnung.

Das Versprechen Gottes, dass er Jakob begleiten werde und die Zusage einer guten Zukunft, gelte auch heute, so Schleinitz. Eine solche Erfahrung wie in dem Traum könne man sich nicht erarbeiten, sie auch nicht beschließen, sie geschieht einfach. Dies solle man sich auch in den Debatten der Landessynode vor Augen führen.

Damit verband sie Hoffnung auf Gottes Wirken, auch dann, wenn noch Vieles verborgen und die Zukunft unsicher sei. Die Kirche, die Gemeinden seien hinsichtlich von anstehenden Veränderungen verunsichert. Ist es der Anfang vom Ende oder ein Neuanfang?, fragte sie. Strukturen seien nicht das Leben, sondern Hilfe zum Leben, sagte die Pfarrerin im Hinblick auf derzeitige Diskussionen.


Eröffnung der Synodaltagung

Nach der Morgenandacht  in der Dreikönigskirche eröffnete am Freitag, 16. November, Synodalpräsident Otto Guse im großen Sitzungssaal im ‚Haus der Kirche‘ die ordentliche Herbsttagung der 27. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Anschließend nahmen die 80 Synodalen Beratungen in den Ausschüssen auf.

Zuvor erläuterte Präsident Guse das Prozedere zur anstehenden Kandidatenfindung und Wahl des Präsidenten des Landeskirchenamtes am 26. Januar 2019. Die derzeitige Herbsttagung solle genutzt werden, um entsprechende Gespräche zu führen. Zudem verpflichtete der Präsident drei neue Synodale Mitglieder als „Nachrücker“ in dieser Legislatur. Es handelte sich um Yvette Schwarze aus Leipzig, Studienleiterin am Institut für Seelsorge und Gemeindepraxis, um Pfarrer Uwe Kranz aus Rossau bei Mittweida sowie um das berufene Mitglied, Oberkirchenrat Dietrich Bauer, Direktor des Diakonischen Amtes.


Präsentation elementarpädagogischer Facharbeit

Am Rande der Synode stellten an einem Stand Gemeindepädagogen und Erzieher das kürzlich verabschiedete Papier „Wo christlicher Glaube wächst“ vor, in dem es um Perspektiven und strategische Schritte zur Stärkung und Entwicklung Evangelischer Kindertagesstätten in der Landeskirche geht. Immerhin gibt es über 260 Kitas von evangelischen Trägern in Sachsen und mittlerweile zahlreiche Beispiele von Angeboten, wie Andachten, Kirchenführungen und neue Projekte sowie Fortbildungen und der Aufbau von Netzwerken untereinander.
Von der Landeskirche werde erwartet, die religionspädagogische Fachberatung in den Kirchenbezirken auszubauen und sich bei der Bereitstellung der gemeindepädagogischen Stellenanteile für elementarpädagogische Facharbeit zu beteiligen.


Begegnung mit dem Evangelischen Arbeitskreis der CDU Sachsen

Am Abend versammelten sich die Synodalen auf Einladung des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Sachsen im neben der Dreikönigskirche gelegenen Schwarzmarktcafé zu einem gemeinsamen Austausch. Zur Begrüßung erläuterte der ehemalige Bautzener Oberbürgermeister Christian Schramm die Funktion des Arbeitskreises und die Themen, die seine Mitglieder gerade beschäftigen. Dies seien u.a. die Zukunft der Pflege, die Stabilisierung des Religionsunterrichts, das Verhältnis von Stadt und ländlichem Raum mit all den Fragen, die sich aufgrund der demografischen Entwicklung und des Strukturwandels stellen sowie die Digitalisierung, die sowohl mit großen Hoffnungen als auch großen Ängsten verbunden sei.  Gerade vor den Landtagswahlen will der Evangelische Arbeitskreis die Neuorientierung innerhalb der CDU und in der Politik insgesamt begleiten und mitgestalten. 

Der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière,  der auch einmal Mitglied der sächsischen Landessynode war, gab den Synodalen einen Eindruck mit auf den Weg: Angesichts des Gedenkens an das Ende des 1. Weltkrieges vor 100 Jahren, an die Reichspogromnacht vor 80 Jahren, an die politische Wende 1989, dürfe man nicht zu leichtfertig die aktuellen Veränderungen als fundamental, nie dagewesen und bedrohlich überzeichnen. Hilfreicher sei es, den Veränderungen im Sinne des bekannten Kirchenliedes "Vertraut den neuen Wegen"  zu begegnen.  Konkret fragte er nach kirchlicher Unterstützung und Orientierung in der aktuellen Debatte um eine verpflichtende Organspende bzw. eine mögliche Widerspruchslösung. Hier sei der geistlich-theologische und ethische Rat der Kirchen sehr wichtig. 

Synodalpräsident Otto Guse dankte beiden für ihre Statements und betonte, dass Kirche und Politik viele ähnliche Erfahrungen machten. Dies sei zum Beispiel die, dass man es heute nicht mehr mit "Untertanen" zu tun habe, sondern mit mündigen Bürgern und Christen. Sie forderten Gehör und Beteiligung. Diese müsse realisiert werden, so anstrengend dies vielleicht auch sei. Dabei könne u.a. die Digitalisierung enorm helfen.

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