28. Landessynode - Bericht verschobene Frühjahrstagung - Sonntag

Sonntag, 11. Juli 2021


Gemeinsamer Gottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche

Der Sonntagmorgen begann für die Synodalen mit dem Besuch des Gemeindegottesdienstes in der Dresdner Kreuzkirche. Der Gottesdienst am 6. Sonntag nach Trinitatis mit Taufgedächtnis und Taufe unter liturgischer Leitung von Kreuzkirchenpfarrer Holger Milkau wurde musikalisch begleitet vom Dresdner Kreuzchor unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile und an der Orgel von Kreuzorganist Holger Gehring.

Nach der Predigt von Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel sollten auch die synodalen Mitglieder der Kirchenleitung gesegnet werden und Zuspruch erhalten. Zuvor predigte er über den Evangeliumstext bei Matthäus 28 über Jesu Taufbefehl und griff damit die Botschaft dieses Sonntags auf.

Dr. Daniel fragte zu Beginn, was wirklich für die Menschen wichtig sei? Er zählte Ideale wie Treue, Freundschaft und feste Gemeinschaft als ein Versprechen auf, das in der hiesigen Kultur aufgrund des Christentums fest verwurzelt sei. Es müsse sich auch in Krisenzeiten bewähren. Die Taufe sei das „augenfälligste Zeichen“ von Gottes Treue, wenn es heißt, „ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende“. Das zeige sich auch in Krisenzeiten bei Matthäi am Letzten.

Was habe ansonsten noch Bestand?, fragte er. Christi Zusage bleibe ein festes Fundament und die Hoffnung über alle Grenzen hinweg. Das schließe Zweifel nicht aus. Wenn Martin Luther kein Zweifler gewesen wäre, gäbe es hier keinen Synodalgottesdienst. Gottes Liebe in Jesu Wesen könne unsere Liebe verändern und uns die Welt mit anderen Augen sehen lassen, um die Liebe weiterzugeben. Daher sei Gottes Zusage keine „Allerweltsbotschaft“. Mit der Taufe sei für alle alles gesagt, gleich vom wachsenden Weinstock, so Dr. Daniel.    

Von der Predigt leitete er zu den Aufgaben und der Verantwortung  der Getauften, bis hin in die Leitung der Kirche über. Nach dem Chorgesang der Schütz-Motette „Ich bin ein rechter Weinstock“ kamen die synodalen Mitglieder der Kirchenleitung in den Altarraum der Kreuzkirche herunter. Dort erhielten sie von Dr. Daniel und dem Vizepräsident der Landessynode, Christoph Apitz, Segen und Zuspruch für ihr besonderes Ehrenamt in den nächsten Jahren.

So bat Synodalvizepräsident Apitz nach der Verpflichtung die Landessynodalen und die Gemeinde: „Nehmt den Dienst dieser Schwestern und Brüder an. Steht ihnen bei und betet für sie, dass sie ihren Dienst mit Freude tun und nicht müde werden. Bedenkt, dass wir alle aufgrund der Taufe zum Zeugnis und Dienst in der Welt berufen sind. Der Gott des Friedens mache uns tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus. Ihm sei Ehre in Ewigkeit.“


Bericht des Diakonischen Werkes

Nach dem Gottesdienst kehrten die Mitglieder der Landessynode in die Dreikönigskirche in der Dresdner Neustadt zurück. Nach dem Mittagessen stand mit der Aufnahme der Plenumssitzung im Haus der Kirche der mündlich vorgetragene Bericht des Diakonischen Werks durch den Vorstandsvorsitzenden, Oberkirchenrat Dietrich Bauer, auf dem Programm.

Zunächst wies er auf seine neue Kollegin, Frau Dr. Viola Vogel hin, die nun im Vorstand unterstützt, nach dem er anderthalb Jahre die Vorstandsaufgaben allein bestritt. "Fest steht: Es sind viele durch Corona am Wegesrand liegen geblieben, teilweise auch von uns als Gesellschaft liegen gelassen worden – weil sie nicht gehört wurden, weil sie nicht „systemrelevant“ genug waren, weil sie zu leise waren oder gar nicht laut sein konnten," reflektiert Dietrich Bauer und bittet im Anschluss um einen Augenblick der Stille und ein Moment des Gebetes.

Zunächst dankte er allen Mitarbeitenden der Diakonie in den Trägereinrichtungen für ihre teilweise aufopfernden Hilfe in der Corona-Krise. Die psychosozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen würden die Gesellschaft und damit auch die Diakonie noch lange beschäftigen, sagte er. Für alle, die durch Corona nicht gehört wurden, die nicht gesehen oder gehört werden konnten oder

Der Landesverband der Diakonie Sachsen habe vielfältigste Funktionen. Er sei Brückenkopf, Kompetenzzentrum und Knotenpunkt seiner Mitglieder sowie engagierter Anwalt im Dienste der Schwächsten und Hilfebedürftigen. Und dies auf den unterschiedlichsten Ebenen. „Alles Engagement der Diakonie bezieht sich auf die eigene Mitte: der Einsatz für benachteiligte Menschen im Sinne der Nächstenliebe, und den ihn tragenden Kern: die Mitglieder des Landesverbandes und ihre Belange sowie als Werk der Landeskirche“, sagte Bauer.

Hier sehe er die Voraussetzung für eine wahrhaftig, anwaltschaftlich verstandene Diakonie im Dienste der Schwächsten der Gesellschaft, aber auch für die Bevölkerung in Sachsen als Ziel- und Angelpunkt.

Zum Schluss erwähnte der Diakoniechef das neue Diakoniegesetz und die Überführung des Diakonischen Amtes als Teil des Landeskirchenamtes in eine Geschäftsstelle des Landesverbandes und die Betonung der Selbstständigkeit der Vereinsstrukturen, die er als „eine höchst interessante und anspruchsvolle Aufgabe“ bezeichnete. Gegenwärtig habe der Landesverband 252 Mitglieder, davon 67 Kirchgemeinden und 10 Kirchenbezirke, das sind ca. 30 Prozent.

Bericht als PDF

Aktion: Pflege fragt - Politik antwortet


Bericht vom Lutherischen Weltbund (LWB)

Anstelle des Berichts von Synodalpräsidentin Bettina Westfeld, die auf der letzten Ratssitzung des LWB teilgenommen hatte, konnte OLKR Dr. Thilo Daniel als Mitglied im Geschäftsführenden Ausschuss über den Stand der Dinge berichten. Im 1947 gegründeten LWB als weltweite Gemeinschaft von lutherischen Kirchen mit über 77 Millionen Christen gehört die sächsische Landeskirche zu den traditionsreichen, aber kleineren, der 148 Mitgliedskirchen in 99 Ländern.

Wichtiger Zielpunkt nach der letzten großen Vollversammlung in Namibia 2017 ist die nächste LWB-Vollversammlung in Krakau 2023, an deren Vorbereitung die Gremien des Kirchenbundes arbeiten. Da diese Versammlung quasi „vor der Haustür“ liege, sei sie auch für die sächsische Landeskirche besonders im Blick. Die Landeskirche, deren Stimme durchaus gehört werde, bringt sich insbesondere im diakonischen Zusammenhang ein und pflegt Beziehungen zu Kirchen u.a. Mittel- und Osteuropas und den Partnerkirchen des Leipziger Missionswerkes (LWM). Mit dem Missionsdirektor arbeitet Dr. Daniel in einem internationalen Netzwerk mit, dessen Themen und Ergebnisse in die landeskirchlichen Netzwerke der Eine-Welt-Arbeit einfließen.

„Somit bestehen Verbindungen in alle Himmelsrichtungen“, so Dr. Daniel. Die ökumenische Arbeit sei auch wichtig in der Mitwirkung bei Personalentscheidungen. So nahm Synodalpräsidentin Westfeld an der Ratsentscheidung zur neuen Generalsekretärin teil. Es sei ein Signal, dass in der Frage der Frauenordination, die estnische Pfarrerin Anne Burkardt gewählt wurde und am diesjährigen Reformationsfest eingeführt werde. Unter ihrer Leitung wird auch die Vorbereitung und Durchführung der nächsten Vollversammlung umgesetzt.


Zweite Beratung der Kirchengesetze sowie des Beschlusses

Vor der Pause trat die Synode, heute geleitet vom theologischen Vizepräsident Dr. Christoph Herbst, in die Zweite Beratung und Abstimmung des ersten Gesetzes ein. Die Änderung der Verfassung, des Kirchenbezirksgesetzes und der Kirchgemeindeordnung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens wurde beschlossen.

Auch die vier weiteren Gesetze (Drucksache 56, 48, 41 und 42) sowie der Beschluss zur Änderungs des Landeskirchensteuerbeschlusses (Drucksache 43) wurden im Anschluss jeweils einstimming beschlossen.


Reisesegen

Der Synodaler Frank Pauli stellte den Reisesegen unter das Bild des Fischers, dem Jesus Christus die Kirche anvertraut hat.

Pauli erläutert und ermutigt die Consynodalen mit den Worten: "Warum ein Fischer? Ein Fischer geht nicht immer den gleichen Weg. Ein guter Fischer sucht die Fische dort wo sie sind, deshalb sucht er jeden Tag einen neuen Weg. Das dürfen wir auch. Es kann sein, dass der Weg von gestern eben nicht zu den Fischen führt."

 

 

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