Inklusion

Gemeindegruppen

Bereich

Inklusion und Arbeit mit Zielgruppen – das schließt sich doch aus! Die Arbeit mit Zielgruppen richtet sich nur an einen Teil der Menschen. Inklusion meint doch aber immer alle.

Das stimmt. Und stimmt auch wieder nicht.

Die Arbeit mit bestimmten Zielgruppen ist eine wichtige Arbeit. Menschen die in gleichen oder ähnlichen Lebenssituationen stehen, bedürfen des gemeinsamen und zielgerichteten Austausches untereinander. Gleichzeitig ist auch die Perspektive der Inklusion in der Arbeit mit Zielgruppen von Bedeutung. Damit ist nicht gemeint, dass die Arbeit mit Zielgruppe aufgehoben wird und jeder und jede an jedem Angebot teilnehmen darf. Sondern, dass das Ausschlusskriterium zum Beispiel das Alter ist, aber nicht die bestimmten oder besonderen Fähigkeiten oder Charaktereigenschaften die jeder und jede mitbringt. Warum sollte ein Kind, welches besser hören, als sehen kann, nicht gemeinsam mit dem Kind, welches besser laufen als Rollstuhlfahren kann ein Angebot besuchen? Warum sollte nicht die Familie, welche besser Englisch, als deutsch spricht, gemeinsam mit den deutschsprechenden Familien zusammen sein?

Diese Perspektive auf die Arbeit mit Zielgruppen wird hier in den Blick genommen

Kinder und Jugendliche

„Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein. Ich möcht mich auf euch verlassen können und jede unserer Handbewegungen hat einen besonderen Sinn weil wir eine Bewegung sind. Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein.“ singt die Band TOCOTRONIC in einem Song. 

Kinder und Jugendlichen sind zuallererst einmal Kinder und Jugendliche, ganz unabhängig davon ob sie eine Behinderung haben oder nicht, schwarzhaarig oder blond sind, aus Deutschland kommen oder nicht oder grün oder blau mögen. Der Wunsch nach Gemeinschaft und die Suche nach sinnvollen Tätigkeiten nimmt in diesem Lebensalter eine besondere Priorität sein. Der Weg hin zu einer inklusiven Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bedarf einiger Voraussetzungen und geschieht selten von alleine. Aber der Weg lohnt sich, also gehen Sie ein Stück dieses Weges mit uns.


Handreichungen


Auftrag Inklusion - Perspektiven für eine neue Offenheit in der Kinder- und Jugendarbeit. Inhaltliche Grundlagen, Handlungsempfehlungen und Anregungen für die Praxis

Inklusion ist ein Auftrag. Ein Auftrag an alle Mitarbeitenden in der Kinder- und Jugendarbeit und auch an alle Kinder und Jugendlichen selbst. Damit Kinder und Jugendliche gleichberechtigt teilhaben können, braucht es verschiedene Wege, Möglichkeiten und Methoden. Diese Vielfalt kommt in der Broschüre vor. Die Broschüre ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil beschäftigt sich mit den inhaltlichen Grundlagen von Inklusion und bietet eine Standortbestimmung an. In der Standortbestimmung sind 12 Fakten formuliert, welche sich mit Grundlagen von Inklusion und der Verantwortung der Kinder- und Jugendarbeit auseinandersetzen.

Der zweite Teil ist Praxisnah. Es gibt einen Inklusionscheck mit Fragen aus den verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit. Unterlegt sind diese Fragen mit konkreten Beispielen aus der Praxis. Es gibt eine lange Literaturliste mit Tipps zum Weiterlesen und Hinweise zu Fördermöglichkeiten durch Aktion Mensch.

Die Broschüre ist ein Ergebnis eines gemeinsamen Projektes der Aktion Mensch, der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland und der Diakonie Deutschland.


Handbuch "Barriere? frei!" zur Planung und Umsetzung von Barrierefreiheit in Jugend- und Kultureinrichtungen

Die Sensibilisierung in Bezug auf Barrierefreiheit und der konkrete Abbau von Barrieren ist ein wichtiger Bestandteil bei der Umsetzung von Inklusion. Das Handbuch „Barriere? Frei!“, herausgegeben vom Landesverband der Soziokultur in Sachsen, setzt genau an dieser Stelle an. Es ist für Jugend- und Kultureinrichtungen gedacht und soll bei der Planung und Umsetzung von Barrierefreiheit in der Einrichtung unterstützen. Das Handbuch ist in sechs verschiedene Bereiche gegliedert, die in einer Einrichtung vorzufinden sind: Personal, Gebäude und Technik, Angebote und Inhalte, Öffentlichkeitsarbeit, Evaluation und Finanzen. In allen Bereichen werden verschiedene Hinweise und Tipps gegeben, wie lang- und kurzfristig Barrierefreiheit umgesetzt werden kann.

Das Buch gibt außerdem einen Einblick über die verschiedenen Behinderungsformen und nimmt dabei Bezug auf die in Sachsen lebenden Menschen mit Behinderung.


Under Construction - G5 Inklusionsprojekt

Inklusive Praxis spielt in vielen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe bereits eine wichtige Rolle. In dem Heft Under Construction sind insgesamt 15 Projekte vorgestellt, die Anregungen und Beispiele für die eigene Praxis geben können und wollen. Die Praxisbeispiele sind Bestandteil einer landesweiten Aktion in Nordrhein-Westfalen gewesen, die sich für die gleichberechtigte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Außerdem gibt es einen Bericht über die 15 Praxisbeispiele in Leichter Sprache. Koordiniert wurden die Praxisbeispiele durch den Arbeitskreis G5, der sich aus den Landeszentralen Trägern der Kinder-, Jugend- und Jugendsozialarbeit in NRW zusammensetzt.

Literaturhinweise

Alle Titel sind in der Bibliothek des Landeskirchenamtes ausleihbar.

  • Petra Wagner (Hrsg.): Handbuch Inklusion: Grundlagen vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung, Freiburg; Basel; Wien: Herder 2013.
  • Johannes Eurich: Von der Integration zur Inklusion in Freizeitgestaltung und Jugendarbeit, in: Johannes Eurich; Andreas Lob-Hüdepohl (Hrsg.): Behinderung – Profile inklusiver Theologie, Diakonie und Kirche, Stuttgart: Kohlhammer, 2014, S. 205-223.
  • Bettina Kiesbye; Inge Ostertag: Das Rückenwindprojekt der Lübecker St. Markus-Gemeinde – ein Praxisbeispiel, in: Johannes Eurich; Andreas Lob-Hüdepohl (Hrsg.): Behinderung – Profile inklusiver Theologie, Diakonie und Kirche, Stuttgart: Kohlhammer, 2014, S. 254-264.

Konfirmandinnen & Konfirmanden

Bei der Konfirmation bekennen sich Jugendliche oder Erwachsene kraft ihrer Taufe mit dem Glaubensbekenntnis öffentlich zu ihrem Christsein. Sie bekräftigen ihren Entschluss, als Glieder der christlichen Gemeinde im Glauben bleiben und wachsen zu wollen. Die Konfirmation steht grundsätzlich allen Jugendlichen zur Verfügung. Die Arbeit mit heterogenen Gruppen ist allerdings Bereicherung und Herausforderung zugleich, nicht nur, aber besonders auch in der Konfirmandenzeit. Fragen zur methodisch-didaktischen Umsetzung, zur Assistenz und zur Barrierefreiheit müssen beantwortet werden. Gleichzeitig bietet sich die besondere Chance sich den Themen des Glaubens und der Kirche nicht nur mit dem Geist, sondern mit dem ganzen Körper zu nähern. Wir wollen Sie ermutigen, sich in Ihrer Gemeinde Mitstreiter_innen für solch lohnenswertes Projekt zu suchen.


Handreichungen


Verschieden und doch gemeinsam - Momentaufnahmen inklusiver Arbeit (2014)

Das umfangreiche Heft Verschieden und doch gemeinsam - Momentaufnahmen inklusiver Arbeit (2014) der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck beschäftigt sich mit Inklusion in der KiTa, Schule, Konfirmandenarbeit, Kirchenmusik und Gehörlosenseelsorge. Sie gibt außerdem eine Einführung zum Paradigmenwechsel von der Integration zur Inklusion. Für die inklusive Konfirmandenarbeit empfiehlt die Handreichung auf Elementarisierung und auf Rituale zurückzugreifen. Auch die Einbeziehung eines Teams empfiehlt sie. Das Heft geht auch auf Elternarbeit und Gruppenprozesse ein, beschreibt verschiedene Formen der inklusiven Konfirmandenarbeit und berichtet von Beispielen und Erfahrungen aus der Praxis. Die grundsätzliche Haltung zur Inklusion und das Suchen nach individuellen Lösungen wird immer wieder hervorgehoben. 


Siehst du mich?

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau hat eine übersichtliche Handreichung zur Inklusiven Konfirmandenarbeit herausgegeben. 

Die Handreichung wirbt für eine Inklusive Konfirmandenarbeit, ohne zu fordern. Sie möchte den Blick für die Perspektive der Jugendlichen mit Behinderungen und deren Eltern öffnen. Sie möchte motivieren, sich auf Jugendliche mit Behinderungen und deren Eltern einzulassen, und den Blick auf die Chancen und Bereicherungen für die Konfirmandenarbeit lenken.

Dazu werden Informationen und Entscheidungshilfen für eine Inklusive Konfirmandenarbeit geboten und es ist eine Liste weiterführender Literatur angefügt. Die Handreichung enthält eine Checkliste, welche einen Überblick über die betreffenden Bereiche der inklusiven Konfirmandenarbeit gibt.

Quelle: Evangelische Kirche in Hessen und Nassau; Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers (Hrsg.). (2010). Siehst Du mich? Eine Handreichung für die Inklusive Konfirmandenarbeit


Praxisbeispiele

Praxisbeispiele aus dem Bereich Gemeindegruppen > Konfirmandinnen und Konfirmanden

Literatur

Alle Titel sind in der Bibliothek des Landeskirchenamtes ausleihbar.

  • Wolfhard Schweiker: Gemeindezentrum – Konfirmandenarbeit, in: Ralph Kunz; Ulf Liedke (Hrsg.): Handbuch Inklusion in der Kirchengemeinde, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2013, S. 293-320.
  • Andreas Schultheiß: Inklusiver Konfirmandenunterricht, in: Johannes Eurich; Andreas Lob-Hüdepohl (Hrsg.): Inklusive Kirche, Stuttgart: Kohlhammer 2011, 207-218.

Seniorinnen & Senioren

Ältere Menschen sind eine starke Stütze des kirchgemeindlichen Lebens. Die jüngeren unter ihnen sind häufig ehrenamtlich engagiert. Mit ihren Gaben sowie Glaubens- und Lebenserfahrungen bereichern sie den Alltag in den Kirchgemeinden. Die Palette der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren reicht von bekannten Formen wie Seniorennachmittagen bis zu geistlichen und kulturellen Angeboten. Für Menschen in hohem Alter hat die diakonische Arbeit besondere Bedeutung, etwa Besuchsdienste und verschiedene Formen konkreter Hilfe und Unterstützung. 


Handreichungen


Blickpunkt kirchliche Seniorenarbeit. Herausforderung für die Zukunft. Eine Arbeitshilfe für die Praxis

Die kirchliche Alten- bzw. Seniorenarbeit wandelt sich, weil sich das Alter wandelt. Ältere Menschen sind länger aktiv und kreativ. Sie wollen sich beteiligen und mit Ihren Fähigkeiten einbringen. Was gilt es dabei zu beachten in den Kirchgemeinden und kirchlichen Einrichtungen? Worauf ist Rücksicht zu nehmen? Was muss sich ändern?

Nach einer Einführung aus sozialwissenschaftlicher und theologischer Sicht folgen konkrete Hinweise zu Themenfeldern wie Spiritualität und Glaube oder generationsübergreifende Arbeit. Es schließen sich 25 Praxisbeispiele zum Nachahmen an, bei denen kurz und bündig erklärt wird, worum es geht und was nötig ist, um bspw. einen Männerstammtisch zu gründen oder Kindertagesstätte und Altenheim zusammen zu bringen. Am Ende finden Sie Materialhinweise, Adressen und weitere Tipps für die Arbeit.

 

Hrsg.: Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (2011)


Hör-CD: NUN DANKET ALLE GOTT. 24 Lieder aus dem Evangelischen Gesangbuch für Gottesdienste mit alten Menschen

Singen ohne Kantor bzw. ohne musikalische Begleitung, singen im Altenpflegeheim, singen am Bett erkrankter älterer Menschen: Die Hör-CD eignet sich zur Begleitung des eigenen Gesanges oder zur Unterstützung des gemeinsamen Singens. Sie greift auf den Schatz evangelischen Liedgutes zurück, der bei älteren Menschen bekannt ist. Sie steht auch für seelsorgliche Begleitung zur Verfügung. Dabei nimmt sie die Einschränkungen ernst, die Menschen in höherem Alter gegeben sind. Die Aufnahmen wurden entsprechend gestaltet. So wurde auf Erkennbarkeit und (Mit-)Singbarkeit besonderer Wert gelegt.

Es singt die Kantorei Dresden-Neustadt, Leitung LKMD Markus Leidenberger, Orgel Margret Leidenberger, Aufnahmeort Dreikönigskirche Dresden, Eule-Orgel 2010 / hrsg. von der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (2011).

  • Aufnahme, Schnitt und Gesamtherstellung: audiolis, H. Lissner, Karlsruher Str. 11, 01189 Dresden. Bestellung dort unter Best.-Nr. al 11101


Rüstzeiten & andere Freizeitangebote

Rüstzeiten, Freizeiten, Ferienfahrten und Camps haben ein besonderes Geheimnis in sich. Die Teilnehmenden die mitfahren, bringen in den meisten Fällen eine Offenheit für die Gruppe und das Programm mit und wollen Neues entdecken und Neuem begegnen. Schöne, wertvolle und prägende Momente sind in dieser Zeit besonders möglich. Diese Möglichkeiten sollten allen Menschen zur Verfügung stehen, was natürlich Herausforderungen mit sich bringt. Damit Sie sich den Herausforderungen stellen können stehen hier einige Materialien zur Verfügung.


Handreichungen


Handreichungen zum Thema Gemeindegruppen > Freizeiten

Mittendrin auf großer Fahrt: Inklusive Kinder- und Jugendreisen. Impulse und Praxistipps für Veranstalterinnen und Veranstalter 

Die Handreichung gibt Tipps, Ideen und Impulse zur Umsetzung inklusiver Kinder – und Jugendreisen. Sie erörtert breit gefächert die pädagogische Dimension von Inklusion in der Gruppe. Inklusion wird als Lern- und Arbeitsfeld gesehen, erfolgend z. B. auf praktischen Anwendungsmethoden und dem inklusiven Umgang mit allen Beteiligten. Es kommen aktiv am inklusiven Prozess Beteiligte zu Wort (Pflegeeltern, Teilnehmende, Teamer.) Praktische Erfahrungen werden als Hintergrund der Vermittlung der inklusiven (Reise-)Idee vermittelt. Praktische (inklusive) Rundum - Reisevorbereitungen (in Bezug auf Teilnehmende, Teamer, Betreuende [Eltern], Planung, Finanzierung und Quartiere) werden vorgeschlagen. Beispiele, wie die Qualifizierung von Teamern erfolgen kann, werden gegeben.

Die Handreichung gibt klare und praktikable Hinweise für inklusives Reisen und ist somit auch für jeden Reiseanbieter oder Reiseveranstalter ohne inklusive Erfahrungen anwend- und umsetzbar.

Abgerundet wird das Werk mit „13 Praxistipps für den Anfang“ und einem Literaturverzeichnis und Kontaktadressen in Berlin und (West)Deutschland.

  • Hrsg.: Der Beauftragte der Landesregierung für die Belange der Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen 

Freizeit inklusiv gestalten: Handreichung für die Durchführung von inklusiven Ferien- und Freizeitangeboten. Mit Hinweisen zur Finanzierung, Unterstützung und Weiterbildungsmodulen für Ehrenamtliche

Diese Handreichung besteht aus einer Einleitung, drei Modulen A – C und Hinweisen zur Fortbildung. Die Module haben jeweils noch zwei bis vier Untermodule. Zu jedem Modul gibt es jeweils eine Kurzinformation sowie einen Inputtext zum jeweiligen Thema. Sie entstand aus einem einjährigen Forschungsprojekt »Freizeit inklusiv gestalten« der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der Technischen Universität Dortmund.

In Modul A werden die gesellschaftlichen und damit die gesetzlichen Grundlagen der Inklusion erörtert und dargestellt. Modul B erörtert die Thematik „Behinderung“ von konkreten Beeinträchtigungen bis hin zur Bildungs- und Ausbildungslage junger Menschen mit Behinderung. Hilfreich ist hier die Auflistung von Beeinträchtigungen, um den Umgang mit jungen Menschen mit Behinderung in der eigenen Gruppe vorzubereiten. Modul C erläutert und bearbeitet die organisatorischen Fragen Finanzierung, Teilhabe der Menschen mit Behinderung an Planung und Durchführung der Maßnahme, Assistenzaufgaben, Barrierefreiheit sowie die in inklusiven Gruppen ablaufenden Prozesse. Zu jedem Modul gibt es jeweils eine sehr ausführliche Literaturliste, hingewiesen wird hin und wieder auf themenorientierte Blogs.

Hrsg.: Landschaftsverband Rheinland 


Praxisbeispiele


Literatur

Alle Titel sind in der Bibliothek des Landeskirchenamtes ausleihbar.

  • Reinhard Markowetz: Gemeindezentrum – Freizeit und Bildung, in: Ralph Kunz; Ulf Liedke: Handbuch Inklusion in der Kirchengemeinde, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2013, S. 321-348.

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